Herr Christ, der einig Gotts Sohn (EG 67)
Ja, wie ist nun, dieses Lied? Feierlich? Rätselhaft? Spröde? Anmutig? Martina und Kathrin wissen es auch nicht so richtig, aber sie finden es auf alle Fälle gut.
Ja, wie ist nun, dieses Lied? Feierlich? Rätselhaft? Spröde? Anmutig? Martina und Kathrin wissen es auch nicht so richtig, aber sie finden es auf alle Fälle gut.
Für Martina und Kathrin ist das Lied ein junger Bekannter, will sagen: Viel hatten sie noch nicht damit zu tun. Also begeben sie sich auf Entdeckertour und finden vor allem Interessantes rund um die Entstehung des Liedes heraus.
Die Melodie dieses Liedes leuchtet hell in einem fröhlichen D-Dur. Jede Melodieziele beginnt mit einem Sprung. Das hat Charakter und wirkt sehr belebt. Der Melodieabgang hat demgegenüber etwas beruhigendes mit dicken breiten Halbe-Noten und dem Grundton als Ziel. Alles sehr hübsch, wenn man alte Musik mag!
Ein Text aus England, eine Melodie aus Paris! Und dazwischen volle 287 Jahre.
Wenn das nicht aufregend ist!
Das Lied "Stern über Bethlehem" hat auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Trotzdem wirkt es nicht ausgeleiert, sondern wird nach wie vor mit Inbrunst gesungen. Beim Sternsingen oder in der Epiphaniaszeit.
In diesem Lied erleben wir die menschliche Seele in ewigen Flitterwochen mit ihrem Jesusbräutigam. Das klingt etwas kitschig. Trotzdem sind Kathrin und Martina Fans. Philipp Nicolai war vielleicht ein Brummelbär. Aber Lieder schreiben konnte er richtig gut!
Jochen Klepper hat den Text dieses Liedes am 20. Oktober 1937 geschrieben und am 1. Januar 1938 in der Deutschen Allgemeine Zeitung veröffentlicht. Im alten Gesangbuch (EKG) wurde der Text mit der Melodie des Liedes “Kommt her zu mir spricht Gottes Sohn” kombiniert. Heute ist das Lied im EG mit Tönen von Siegfried Reda unterlegt.
Heute geht es um ein vertontes Gedicht – ein Gedicht, das Dietrich Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamtes in der Berliner Prinz Albrecht Straße an seine Verlobte Maria von Wedemeyer schrieb, auf einem Papierbogen, der zum Ende hin knapp wurde. Das Blatt ist erhalten.
Und übrigens 2025 ist Bonhoefferjahr (80. Todestag) und 2026 (120. Geburtstag) auch.
Kathrin findet das Lied zart und verletzlich und mag es, wenn in Kirchenliedern das Wort "Eia" vorkommt. Martina befremdet der kindliche Charakter des Liedes, vor allem, weil "Zu Bethlehem geboren" aus ihrer Sicht kein wirkliches Kinderlied ist, sondern nur kindlich spricht. Wer jetzt denkt, dass sich die beiden Hosts des Wochenliederpodcast deswegen in die Haare bekommen haben, irrt allerdings. Schließlich ist ja Weihnachten.
Dieses Lied ist Kathrin im Sommerurlaub begegnet, in Italien bei 35 Grad in der Abenddämmerung. Die Entstehungsgeschichte ist ungeklärt, der Text eher so la la la, die Melodie ziemlich gewaltig. Was für eine Kombination!
(Übrigens: Dass das Lied "Herbei, o ihr Gläub'gen" heißt und nicht "Herbei, o ihr Gläubigen" ist uns erst nach der Aufnahme aufgefallen.)
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