Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369)
Shownotes
Als Trostlied hat Georg Neumark sein Lied "Wer nur den lieben Gott lässt walten" beschrieben. Der Überlieferung nach liegen die Ursprünge des Liedes in einer Reise Neumarks nach Königsberg, bei der er überfallen und ausgeraubt wurde. Zu Gast ist in dieser Folge der Referent für Jugend- und Popularmusik in der Sächsischen Landeskirche: Carsten Hauptmann. Er hat auch eine schicke Version des Liedes für unseren Podcast eingespielt.
- Wikipediaartikel zum Lied
- Beitrag des Deutschlandsfunks zur "Fruchtbringenden Gesellschaft"
- Wikipediaartikel zu Bachs Kantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten"
- Sarah Kaisers Version des Liedes bei Youtube
- Liederschatzprojekt von Albert Frey
- Das Lied bei mitsingen.de
- Das zweite Wochenlied, das für diesen Sonntag vorgeschlagen ist, heißt: "Solang es Menschen gibt auf Erden." Dazu haben wir eine Podcastfolge mit Christa Kirschbaum produziert.
Wir freuen uns über Post an wochenliederpodcast@evlks.de und über neue Freunde und Freundinnen auf Insta. Hinweise zu Mitwirkenden und den Einspielungen in dieser Episode gibt es unter www.wochenliederpodcast.de
Transkript anzeigen
00:00:05: Der Wochenlider-Podcast.
00:00:07: Heute mit unserem Gast, Karsten Hauptmann!
00:00:09: Herzlich willkommen heute zum Wochenliederpodcast.
00:00:12: wieder mit Martina Haagt Arbeitsstelle Kirchenmusik in der Sächsischen Landeskirche
00:00:17: und Katrin Mette Pfarrerin bei der Ehrenabendsakademie in Sachsen.
00:00:20: Wir freuen uns dass Sie uns zuhören.
00:00:22: Heute geht es um das Lied Wer nur den lieben Gott lässt walten.
00:00:27: Es steht im Gesangbuch unter der Nummer threehundertneunundsechzig und ist für den fünftzehnten Sonntag nach Trinitatis vorgeschlagen.
00:00:36: Text- und Melodie sind von Georg Neumark, es ist ein Lied aus der Mitte des siebzehnte Jahrhunderts – wir sind sehr gespannt was wir für Entdeckungen machen werden!
00:00:51: Herzlich Willkommen Carsten.
00:00:53: Hallo
00:00:54: Wir freuen uns dass wir heute einen Gast bei uns begrüßen dürfen.
00:00:58: Du bringst Menschen zum Klingen und Instrumente zum Singen, so habe ich das in einem Audio über dich gehört.
00:01:07: Ich muss sagen, das gefällt mir auch der kleine und feine Wortwitz dabei!
00:01:11: Ja, ich bin noch ein ganz witziger Typ... ...und danke für das Kompliment und die Einladung hierher zu euch zu kommen.
00:01:21: Das
00:01:21: kommt vielleicht daher mit dem Instrumente zum Sing bringen und Menschen zum Klingen, dass eigentlich schon immer mein Anspruch war musikalisch für jeden irgendwie was dabei zu haben.
00:01:31: Und ja, mach einfach gerne mit Leuten zusammen Musik und freue mich heute mich mal mit euch über Musik zu unterhalten.
00:01:38: Kasten ich darf sich mal unseren Hören kurz vorstellen.
00:01:42: Du bist aufgewachsen im romantischen Elbtal geboren in Pyrna und bekamst so habe ich gelesen mit vierzehn Jahren eine Gitarre geschenkt.
00:01:53: Ja und dann hatte ich damit die Musik.
00:01:56: Ich weiß, dass du in Jugendbands deine ersten Erfahrungen gesammelt hast und dann mit dem Ziel auf ein Kirchenmusikstudium Klavier-Orgelunterricht bekommen hast.
00:02:06: Bist nach wie vor so ich dich erlebe und kenne als sehr vielseitiger Musiker unterwegs auch auf vielen Instrumenten?
00:02:15: Vielleicht hat das mit deiner Neugierd auch zu tun, Instrumente aber auch Stile und Epochen und andere musikalischen Parameter zusammenzubringen.
00:02:26: Und ich darf das mal so persönlich sagen, dass machst du mit einer bewunderungswürdigen Leichtigkeit und du bist immer wieder auf der Suche nach geistlicher Tiefe.
00:02:37: Du wohnst mit einer sechsköpfigen Familie in Frankenberg bei Chemnitz und arbeitest als Referent für Jugend- und Popularmusik im Landesjugendveramt unserer sächsischen Landeskirche
00:02:49: Kassen.
00:02:49: wir fangen immer an erstmal Assoziation zu sammeln, zu dem Lied was wir besprechen im Podcast.
00:02:55: Deswegen meine Frage an dich – Was fällt dir ein beim Lied?
00:02:58: Wer nur den lieben Gott lässt walten?
00:03:01: Nur den Lieben Gott les Walden!
00:03:03: Ich gestehe das gehört eigentlich nie unbedingt zu meinen Lieblingsliedern aus dem Gesangbuch wo ich doch gerade auch manches alte Lied als Lieblungslied habe.
00:03:13: aber in der Vorbereitung hier auf dieses Gespräch mit euch musste ich entdecken und konnte mich das Lied schon ganz lange begleitet.
00:03:23: Denn in der Gospelmesse von Ralf Größler, Mr.
00:03:27: Pablo
00:03:27: R.M.D.,
00:03:28: da wird dieses Lied ja verarbeitet in einer Meditation.
00:03:31: und diese Gospemesse die habe ich in Bad Schandau mal gehört und das war eigentlich so mein erster Kontakt mit moderner Kirchenmusik.
00:03:38: Ich hab jetzt wieder erinnert wie ich da mehrfach in die Aufführung gegangen bin.
00:03:42: Die haben das damals mehrfach aufgeführt und es war ein unglaublich geflächten großen Chor und Orchester und Jazzband und bin da mit meinem Aufnahmegerät hingegangen, um das mir zu Hause noch mal anzuhören.
00:03:53: Genau!
00:03:53: Und da kam jetzt wieder die Erinnerung hoch hier.
00:03:56: und ja ich glaube seitdem begleitet mich diese Melodie dieses Lied und als Kirschenmusiker natürlich habe ich dann natürlich das Lied auch viel bearbeitet und hab vor allem zu so alten Liedern zunächst einmal einen Zugang über die Melodie, die ich in dem Fall auch sehr interessant finde.
00:04:15: Aber da kommen wir später noch dazu.
00:04:17: Und ich habe mich jetzt einfach hier in Vorbereitung mal wieder ein bisschen mehr mit dem Text auseinandergesetzt und das versucht auch mal auswendig zu lernen, und das war wieder eine sehr reiche Erfahrung.
00:04:28: Wie alt warst du da?
00:04:29: Als du die Größlermesse gehört hast?
00:04:32: Weiß nicht, glaube es muss so um sechs oder siebzehn Jahre alt sein.
00:04:38: Ja,
00:04:39: ist interessant.
00:04:40: Also so persönliche Zugänge.
00:04:42: Aha-Erlebnisse sind immer Türöffner zu Liedern oder Musikstücken.
00:04:48: Katrin du hast mir erzählt ihr habt eine Umfrage gemacht unter verschiedenen Personen in Sachsen Kirchenmusikern, Pfarrer und Prediganten?
00:04:57: War da das Lied auch dabei?
00:05:00: Wir haben gefragt an dieser Umfrage welches Lied diese Person, die Pfarrpredigante In den letzten Monaten besonders häufig für Gottesdienste ausgewählt haben.
00:05:12: Da konnte man jedes Lied nennen, was man wollte und da stand auf Platz eins unser Lied.
00:05:17: Wer nur den lieben Gott lässt walten.
00:05:19: das hat mich überrascht.
00:05:20: ich meine nicht dass das sehr bekannt und beliebt ist.
00:05:22: es war mir bewusst aber ich dachte jetzt sowas wie großer gott wir loben dich oder
00:05:26: geh aus mein herz
00:05:27: weiter vorne steht.
00:05:28: aber nein es war dieses lied
00:05:30: noch vorbefiel du deine wege
00:05:32: tatsächlich.
00:05:33: Und ich bin jetzt einfach auch mal gespannt, ob wir vielleicht jetzt miteinander herausarbeiten können was an dem Lied so faszinierend ist oder warum die Menschen das so gerne singen?
00:05:43: Finde ich schön wenn wir da irgendwie ein bisschen ja etwas herausfinden!
00:05:47: Also ich habe auch einen persönlichen Zugang, den ich euch gerne erzählen will.
00:05:51: dieses Lied ist für mich habe ich unter dem unter der Rubrik Trostlied abgebucht, weil es mich in verschiedenen Punkten in meiner Lebensbiografie getröstet hat.
00:06:00: Und zuletzt erinnere ich mich an zwei Begegnungen wo ich Angehörige unserer Familie verabschiedet habe am Sterbebett und da auch irgendwie die eigenen Worten fehlten.
00:06:12: und was macht man?
00:06:13: Man nimmt ein Bibelwort oder einen Liedtext oder ein Lied Dieses Lied für mich sehr wichtig und auch gewünscht von einem unserer Lieben.
00:06:25: Und ich habe darin auch wirklich Trost empfohlen, das gehört für mich emotional immer zu dem Lied dazu.
00:06:30: Das ist...das tröstet!
00:06:32: Das macht irgendwas.
00:06:34: Wie gesagt, deshalb hab' ich vorhin auch gefragt wie alt du warst bei der Krösslermesse.
00:06:38: diese persönlichen Bindungen die bleiben hängen beim Lied in dem Moment wo es mich getragen hat mit Text oder Melodie?
00:06:46: Jetzt hören wir uns das Lied erst mal an, eingespielt und eingesungen von unserem Gast heute.
00:06:50: Von Kasten Hauptmann!
00:07:47: unser Ungemach.
00:08:00: Wir machen unsere Grundlagen und grüße durch die Traurin, sei doch in sich selbst weg wie unseres Gottesknar.
00:08:34: Sein Allwissenheit.
00:08:37: es fügt Gott der uns sicher hat aus.
00:08:41: erwähnt Der weiß auch sehr wohl was uns fehlt.
00:09:09: Schauen wir zuerst mal auf den Komponisten, auf Georg Neumack der auch den Text verfasst hat.
00:09:47: Georg Neumeck ist in Langsalta geboren worden und im Thüringischen Müllhausen aufgewachsen.
00:09:54: Er hat das Gymnasium oder die oder er hat mehrere Gymnasien besucht in Schleusingen und Gotta.
00:09:59: Und sechzehntundvierzig machte er sich auf eine Reise, und zwar sein Ziel war im Königsberg das Jurastudium zu beginnen.
00:10:08: Also sechzenvierzzig hatte diese Reise angetreten.
00:10:10: erreicht hat er Königsberg aber erst sechzenthundertdreiundviertzig.
00:10:15: der Legende nach war dieser lange Reise mit Verzögerung Einigen Problemen.
00:10:20: Der Ausgangspunkt von dem Lied wäre nur die Liebengottlist Walden, weil.
00:10:24: wir werden später nochmal die Anekdote uns genau anschauen, die es dazu gibt.
00:10:29: Sächsensweinfünfzig hat Herzog Wilhelm der vierte von Sachsen Weimar Georg Neumack an seinen Hof berufen und dort stieg er zum Archivsekretär auf.
00:10:40: Er hat sich das Vertrauen des Herzogs erworben und kletterte dann so nach und nach die Karriere leider am Weimacher Hof nach oben.
00:10:48: Sechzehnunddreiundfünfzig wurde eher in die sogenannte Fruchtbringende Gesellschaft in Weimar aufgenommen.
00:10:55: Das klingt ja lustig, was ist denn eine fruchtbringende Gesellschaft?
00:10:58: Ich kannte das vorher auch nicht!
00:11:01: Man sagt es ist eine deutsche Sprachakademie im siebzehnten Jahrhundert.
00:11:06: Kann man sich eigentlich noch konkreter vorstellen als ein Art Netzwerk vor allen Dingen getragen von Adligen.
00:11:11: Nicht nur es gab auch bürgerliche Mitglieder aber die Adligen hatten dort den Hut auf Die Gründung kurz vor Beginn des dreißigjährigen Krieges und das Ziel war, die deutsche Sprache zu fördern.
00:11:21: Also man muss sich klar machen damals in den besseren Kreisen Europas wurde vor allen Dingen französisch und latein gesprochen und da wollte diese Frucht bringe die Gesellschaft gegen Steuern.
00:11:33: Erinnert mich irgendwie an die OPITS-Gesprachreform Martin OPITZ der im siebzehnten Jahrhundert das Voranbringen wollte dass dass die Lyrik, die deutsche Lyrik sozusagen auf ein neues Niveau gehoben wird raus aus den reformatorischen Sprachduktus und das die Sprache veredelt werden soll.
00:11:51: Das finde ich sehr interessant.
00:11:53: Es passt bestimmt damit zusammen, obwohl sie sich wahrscheinlich weniger mit Liedern beschäftigt haben – die fruchtbringende Gesellschaft.
00:11:59: Aber wenn man so will ist ja jedes Lied eigentlich in vertonendes Gedicht.
00:12:06: Okay, in dieser fruchtbringenden Gesellschaft war dann Georg Neumack auch eine zeitlang sogenannte Erzschreinhalter.
00:12:13: Also ihr merkt die hatten da alle... Die hatten noch so komische Spitznamen ne?
00:12:16: Es gab den näherer und was weiß ich noch alles für komische Leute und also Neumach war Erzscheinhalter.
00:12:22: das heißt er war Sekretär und vor allen Dingen In dieser Funktion zuständig für die umfangreiche Korrespondenz dieser Gesellschaft, die übrigens größtenteils aber dann doch auch französisch geführt wurde habe ich gelesen.
00:12:34: Heute wäre das wahrscheinlich irgendwie ein Communication Manager
00:12:37: oder so...
00:12:38: ...for public relations?
00:12:42: In den letzten Lebensjahren ist Georg Neumack dann völlig erblindet und war immer noch am Weimarer Hof und der ist in Weimar gestorben.
00:12:52: Wenige Tage vor seinem Tod hat er seine Autobiografie noch diktiert und zwar in Fersform.
00:12:59: Auch diese Autobiographie hat einen ganz abgefahrenen Namen, heißt nämlich Tränende Hauskreuz Oder das trainende Hauskreuz weiß ich jetzt nicht genau.
00:13:10: Und
00:13:10: der Autobiografie in Versform, die muss ich mir mal besorgen... Das ist ja voll interessant.
00:13:15: heutzutage schreiben so viele Leute ihre Autobiographien!
00:13:19: Das würde richtig auffallen
00:13:21: wenn jemand in Vers-Form schreibt.
00:13:24: Wahnsinn.
00:13:25: Es medient hauglich.
00:13:27: Also ich habe gelesen Neumarks soll selber sehr musikalisch gewesen sein und ein guter Gampenspieler und auch das Schenvalo könnte er bedienen ...
00:13:36: habe ich auch gelesen.
00:13:38: Wir wissen es nicht, ne?
00:13:40: Ja, gelesen heißt noch nicht.
00:13:41: das ist stimmt
00:13:42: aber... Genau!
00:13:42: Aber dazu passt dass es auch eine Oper gibt über den über das Leben von Neumark und zwar verfasst von Julius Rietz was heißt verfasst komponiert von Julius rietz und die heißt Georg Neumack und die Gambe
00:13:56: aus.
00:13:56: Aber dass er jetzt auch Gambe gespielt hat das ist eigentlich Ja, schlüssig.
00:14:01: Weil das Lied stammt ja scheinbar komplett aus seiner Feder also auch Melodie und Text.
00:14:05: Und es gibt da einfach viele Lieder wo es nur Textdichte gibt.
00:14:09: oder Paul Gerhard zum Beispiel hat seine Liedmelodie nicht selber geschrieben.
00:14:15: Das ist hier insofern interessant.
00:14:17: Er hat eine ganze Reihe von den Texts als auch die Melodie verfasst Geistliche Lieder aber auch profane Werke wie Schäferspiele Also, wo dann auch so Lieder drin vorkam.
00:14:29: Die sind aber größtenteils in Vergessenheit geraten oder das sind an jeden Fall nicht die Popularität dieses Liedes.
00:14:34: Wer nur den lieben Gott lässt Walten erreicht.
00:14:37: Zur Lied und Entstehung ist uns einiges überliefert teilweise auch von Neumark selber?
00:14:44: Du hattest es ja schon gesagt, neus sechzehnundersvierzig oder bis zweinvierzig war er auf dem Weg wollte eigentlich nach Königsberg reisen, wo er Jura studieren wollte und das ist ja die Zeit des dreißigjährigen Krieges.
00:14:57: Also Soldaten zogen umher machten die Straßenunsicher.
00:15:00: Neumark schloss sich deswegen vor sich zu einem Kaufmannszug an der natürlich aufgrund der kostbaren Waren von bewaffneten Männern gesichert wurde und er wurde trotzdem überfallen mit dieser Gruppe ausgeraubt führte dazu, dass er jetzt eigentlich sehr mittellos da stand und gar nicht bis Königsberg gekommen war.
00:15:22: Hat also versucht unterwegs in Magdeburg, in Hamburg als Hauslehrer eine Anstellung zu kriegen aber das blieb erfolglos.
00:15:31: Er schreibt, dass der Gott um Hilfe angefleht hat Und er bekam dann auch sechzehnundzwanzig eine Anstellung allerdings in Kiel.
00:15:43: Eigenen Bericht zufolge hat er dann unmittelbar dort das Lied verfasst, auch wenn es dann erst Jahre später veröffentlicht wurde.
00:15:52: Genau dazu passt!
00:15:52: Er hat Neumark selber dieses Lied als Trostlied bezeichnet und man könnte auch sagen, dass handelt tatsächlich ja von Gott Vertrauen.
00:16:01: Er selbst hat mit einem Vers aus Psalm fünfundfünfzig verbunden, wirft deinen Anliegen auf den Herrn der würde dich wohl versorgen.
00:16:08: also um diesen Fährst aus Psalm fifty-fünfzig geht's.
00:16:11: Der Psalme fifty gehört ja zu den Psalmen, die man als Klagelieder eines Einzelnen bezeichnen kann, nicht jeder Psalman?
00:16:17: Den könnte man sozusagen nochmal so nach Gattung zuordnen.
00:16:20: und da gibt es eben viele, die Klagelieder eines Einzeln sind, gibt auch Klagerlieder das Volk, das Hymnendanklider
00:16:26: usw.,
00:16:27: Und das sieht man auch dem Psalm fifty-fünfzig, also den kann man die typischen Merkmale dieses Klageliedes eines einzelnen abspüren.
00:16:34: Also es ist geprägt von einer konkreten Notlage, die jemand vor Gott bringt und der Psalmen endet dann – und das ist auch typisch für diese Glattung mit einem Vertrauensbekenntnis zu Gott!
00:16:44: Und da gehört dieser Satz, also rein wirft ein Anliegen auf den Herrn.
00:16:48: Der würde ich wohl versorgen.
00:16:50: Wenn man sich das jetzt mal so vorgegenwärtigt diesen Psalm fünfundfünfzig mit diesem Merkmalen dann hat man im Grunde auch schon den Grundgehalt finde ich des Liedes Wer nur den lieben Gott lässt Walden verstanden.
00:16:59: Auch das spricht ja aus einer Art Notsituation heraus oder es spricht zumindest Menschen an die sich in so einer Notlage befinden oder die zumindest kennen und empfiehlt sich trotz der Not auf Gott zu verlassen Auch wenn es im Moment nicht so aussieht, als würden sich die Dinge zum Besseren
00:17:18: wenden.
00:17:19: Also aus meiner Sicht ist das Lied einen Aufruf zur Geduld vielleicht auch zu einer heiteren Gelassenheit und man könnte vermuten... Das wäre jetzt mal meine Vermutung dass im Hintergrund hier vielleicht eine Vorstellung steht, die kennen wir aus der Weisheitsliteratur der Bibel, der sogenannte Tunergens Zusammenhang also diese Vorstellung, wenn einer sich zum Beispiel an die Gebote hält oder an die Weisung Gottes.
00:17:49: Wenn er in Anführungsrichtung ein gerechter ist, dass das auch seine Konsequenzen in seinem Leben hat, dass es dem gut gehen wird, ja?
00:17:56: Dass Gott sich um ihn kümmert und um ihn sorgt.
00:18:00: Also ich würde das hier mal z.B.
00:18:01: an Strophe vier deutlich machen.
00:18:10: Nämlich Gott und merkt keine Heuchelei, so kommt Gott.
00:18:13: Er wird uns versehen und lässt uns viel Gutes
00:18:17: geschehen.".
00:18:18: Aber da würde ich Einspruch erheben!
00:18:21: Denn ich denke, Gott treu zu sein wie es Neumark hier schreibt das hat ihm nichts zu tun mit guten Werken oder zumindest meint er das nicht damit?
00:18:29: Wenn man nämlich die fünfte und die sechste Strophe anschaut dann würde ich eher sagen dass es das Neumarch meint wer Gott vertraut dem wird es gut ergehen.
00:18:39: Weniger, wer gute Werke tut oder sich ein Gottesgebot hält sondern eher wer Gott vertraut eben auch im größten Leid.
00:18:49: Auf alle Fälle wird erwartet oder spricht sich in dem Blit die Erwartung aus dass sich die Dinge zum Besseren wenden werden irgendwann und zwar sogar noch in diesem Leben.
00:19:00: also ich möglicherweise habe mich überlegt ob das einer der Gründe ist warum das Lied so beliebt ist hier keine Vertröstung auf dem Jenseits, oder dass man sagt nach dem Tod wirst du dann den Lohn empfangen das ewige Leben.
00:19:11: Sondern es wird gesagt ja ... Es wird jetzt passieren in deinem Leben.
00:19:15: Das wird eine glückliche Wendung nehmen.
00:19:17: die Notlage wird sich auflösen so wie Neumarkt das ja selber erlebt
00:19:23: hat.
00:19:24: Ich würde fast sagen, dass das Lied so beliebt ist weil es dem Leiden einen Sinn gibt.
00:19:28: jeder von uns weiß was leiden ist, jeder konkret in seinem Leben Jeder weiß, wo Trostbedarf, Geduld und Beistand.
00:19:39: Und genau diese Worte – Geduld, Trost, Hoffnung – das schwingt eigentlich in dem ganzen Lied mit.
00:19:45: Ich denke, dass es deswegen so beliebt ist diesen Leiden einen Sinn zu
00:19:49: geben.".
00:19:51: Ja, und mit einem ganz zuversichtlichen ... Du hattest vorhin gesagt heiteren Gelassenheit?
00:19:56: ... eine Fröhlichkeit auch.
00:19:59: Also ich lese noch mal vor den Schloss, denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, denen verlässt er nicht irgendwie vorwärtsblickend befreiend fröhlich?
00:20:10: Na das ist... Ja.
00:20:13: Übrigens was ich euch nach erzählen will im Originaldruck ne also Neumark hat ja das Lied selber in der Sammlung seiner Lieder veröffentlicht.
00:20:19: In diesem Originaldrucks sind immer die letzten beiden Strophenzeilen in einer größeren Schrifttype gesetzt von Neumarks selber.
00:20:26: so Quasi die wesentlichen Aussagen des Liedes wären noch mal so optisch
00:20:30: hervorgommen.
00:20:32: Ja, genau!
00:20:32: Wer Gott dem allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.
00:20:35: Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit oder auch ... Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhen, bald stürzen kann.
00:20:42: Das ist dann immer fett.
00:20:43: Also großgedruckt gemacht.
00:20:44: Kurzfassung kannst du dir gleich merken?
00:20:46: Genau.
00:20:47: Hätte man eigentlich im Gesangbuch auch irgendwie abdrucken können, oder?
00:20:50: Ist das nicht bei Befehl oder eine Wege da?
00:20:52: Oder bei einer
00:20:53: Wege ist das schon
00:20:54: so, dass es ja auch kursiv gesetzt
00:20:56: wird... Das ist ja auch von Gerhard
00:20:58: Selber so angelegt.
00:20:59: Ja, was gibt es denn zur Melodie zu entdecken?
00:21:03: Karsten du bist heute unser Gast!
00:21:05: Du darfst zuerst.
00:21:08: Die Melodie ist in einem Dreiertakt notiert.
00:21:12: das passt gut zusammen mit dem Versmaß wer nur den lieben Gott lässt walten Und es geht die ganze Zeit durch, es gibt keine Taktwechsel oder so wie man das manchmal noch in reformatorischen Melodien hat.
00:21:25: So um Lutterszeit wo das Fersmaß so ganz frei ist und wechselt sondern hier geht's wirklich von vorn bis hinten durch im Dreier oder wie es hier notiert steht.
00:21:34: Sechs Viertel Takt genau!
00:21:37: Das ist eine Moll Melodie Und wirklich eine reine Mollmelodie, wie sie im Barock dann eben auch wirklich angelegt war.
00:21:45: Man sieht hier immer den Leitton des Fists das kommt immer deutlich mit hervor und man ist schwer dieses Lied wenn man es jetzt so modal harmonisieren würde also Modal so alt dass man das irgendwie alt klingen lässt noch älter als barock Ja, so als Kirschenturnal.
00:22:03: Sondern das ist eigentlich wirklich so angelegt, dass es eine richtige Mollharmonisation einfach auch braucht beim Singen.
00:22:13: Genau die Melodie bewegt sich anfangs in der Mittellage steht in G-Moll notiert.
00:22:19: man kann's auch denke ich nach unten transponieren gerade wenn wir uns vielleicht im Gottesdienst früher morgens singen.
00:22:25: Ich denk mal bis nach E-Mol kann man's nach unten transponieren sodass es noch halbwegs so die Stimme herauskommt.
00:22:31: Denn im zweiten Teil geht's ja dann doch schon ziemlich weit hoch bis zum D, hier.
00:22:36: Das ist übrigens auch der große Höhepunkt und sehr klug komponiert am Anfang mit der Wiederholung.
00:22:42: Die beiden ersten Zeilen werden wiederholt, bewegt sich in der Mittellage und dann schwingt sich die Melodie ganz empor.
00:22:48: Das is der Höhelpunkt des Liedes und dann ist gleich das Ende angelangt.
00:22:52: also von der ganzen... Von der Struktur der Melodie ist es einfach sehr spannend angelegt.
00:22:59: Am Anfang in G-Moll zur Hauptturnart und dann dieser Höhepunkt, das ist eine Cadence in die parallele Dur-Turnart.
00:23:06: also scheint so auch diese Hoffnung scheint an dieser Stelle wirklich auf und am Ende geht's wieder zurück zu Grundturnart, zur Grundmall-Turnart.
00:23:19: Findest du das schwer zu singen, Kadrin?
00:23:20: Wenn Du das Lied selber singst im Gottesdienst?
00:23:23: Nee!
00:23:24: Manchmal hast du gesagt, der hohe Ton den Erreich ist schwer.
00:23:28: Der wird ja hier angebahnt und ich muss nicht einsetzen mit dem hohen Ton.
00:23:32: Aber es ist schon wie Kassenich empfinde das auch ein richtiger Höhepunkt.
00:23:35: die dritte und vierte Zeile und auch von der Stimmigkeit zwischen dem Text was da im Text passiert
00:23:44: Weil du gerade sagst, es ist schwer zu singen.
00:23:46: Als ich mich im Studium mit der Melodie auseinandersetzt musste als jemand, der das harmonisiert jetzt vorhande Orgel, da muss man sich ja Gedanken machen welcher Akkord ist und da dachte ich immer bei diesem Fiss und dann kommt hinterher gleich das F, dass dreieich unssanglich auch ganz schlimm zu singt und ich finde heute noch nach wie vor diese Wendung, dass man dort Fis und dann fast gleich hinterher wieder das F singt, finde ich also eine total spannende Melodiewendung.
00:24:12: Aber es ist kein schneller Ohrwurm.
00:24:15: Also man muss wirklich zu Hause sein in der Melodie, ne?
00:24:18: Also so ganz fix eben durch diese Wendung geht's nicht ein.
00:24:22: und auch wenn ich dann nicht a cappella singe also heißt ungekleidet singen muss ich mir wirklich sicher sein um bei der Melodie.
00:24:28: Aber eigentlich nur an der zweiten Zeile.
00:24:30: Ich finde eins drei und vier ist jetzt kommt mehr als laier nicht so kompliziert vor.
00:24:35: bis nur schwierig finde ich
00:24:37: die zweite Zeile.
00:24:38: aber dir hat eine tolle Farbe dort an dieser Stelle.
00:24:41: Im Übrigen ist das, weil du von Satis Katrin mit dieser Sprachakademie diese Frucht bringen in die Gesellschaft und da hat man überlegt ob das vielleicht mit der Sprachreform zusammenhängen.
00:24:53: Man sieht es ja einfach wirklich wie im Barock die Poeten wirklich daran gearbeitet haben dass Fersmaß des Gedichtes, das Liedtext ist übereinstimmend mit dem Taktmaß.
00:25:04: Das heißt die Betonungen, die der Text, die Wortbetonung Sinn-Betonung, die da Text gibt müssen mit den Betonung in einem Taktmuster übereinstellen?
00:25:12: Richtig!
00:25:12: Es gibt nur eine Stelle hier im Lied wo es nicht stimmt und das ist in der zweiten Strophe.
00:25:17: Da heisst es was hilft es dass wir alle morgen BESSEUFZEN unser Ungemacht dort haut
00:25:25: es nicht... Und keiner sagt
00:25:28: B!
00:25:28: Und dort habe ich das nicht hin, hatte dann mal überlegt ob man es irgendwie noch besser macht.
00:25:32: Ist dir
00:25:33: was eingefallen?
00:25:34: Irgendwie säufzend auf unser Ungemach oder so.
00:25:37: aber eigentlich ist mir nichts Besseres eingefallt und man muss ja auch sagen nur was Ecken und Kann hat das kann dann am Ende auch rund werden.
00:25:44: von daher ist es eigentlich.
00:25:46: vielleicht hat Georg Neumann tatsächlich drüber nachgedacht eine Nacht lang wie könnte ich das noch anders formulieren?
00:25:51: und ihm ist die war's dann einfach so wichtig.
00:25:53: diese dieser Aussage mit dem besäuft sind unser ungemach dass es dann halt einfach stehen lassen.
00:25:59: Also für mich macht so eine Stimmigkeit zwischen Text ... und Melodiebetonung auch wirklich eine Qualität eines Liedes aus.
00:26:07: Also mich ärgert das ganz oft, wenn ich Lieder singe – auch wenn ich alte Melodien habe, sind neue Texte draufgemacht….
00:26:13: Und es stimmt bei drei oder vier verschiedenen Stellen in den Stufen dann irgendwie nicht!
00:26:18: Man steubert und man kann das nur bedingt auffangen, indem er sich da ein bisschen zurücknimmt beim Singen, weil es kommt dieser falsche Akzent raus.
00:26:27: Aber man muss bedenken die reformatorischen Melodienen noch zu Zeiten Luthers?
00:26:30: Da wurde im Vier frei gemacht... damit umgegangen.
00:26:34: Deswegen muss ich oft auch an den ... wenn diese Lutter-Reime kommt, dann muss ich immer so lachen beim Singen weil das irgendwie ist so völlig ungewohnt für unser Verständnis wie ein Text und eine Melodie funktionieren muss.
00:26:46: also geht mir so ich kann es aber gar nicht fassen.
00:26:49: Aber man muss sich da mit klar machen dass die geistlichen, die deutschen geistliche Nieder bei Luther ihren Anfang genommen haben Und in Barock waren sie dann eben schon hundertfünfzig Hundert, hundertfünfzig Jahre weiter die Poeten und das musste sich eben auch erst entwickeln.
00:27:03: Vorher gab es eben nur die lateinische Sprache der gesungen wurde Und Luther hat angefangen damit und da hatte das natürlich unglaublich viele Ecken und Kanten.
00:27:13: Wie also?
00:27:15: wir haben jetzt gesagt stimmig für uns das Lied.
00:27:18: wie fügt sich denn das Stimmig ins Proprium des Sonntags ein am fünfzehnten Sonntag nach Trinitatis.
00:27:26: Ich finde ganz geschmeidig.
00:27:29: Also einfach ran, das Evangelium passt da sehr gut zu dem Lied.
00:27:34: Das ist ja ein Stück aus der Bergpredigt in der Jesus seine Jünger auffordert sich nicht zu sorgen und nicht um die Kleidung, nicht um das Essen den morgigen Tag sondern sich für Sorge Gottes anzuvertrauen.
00:27:44: Es ist so einer der weißheitlichen Texte, die wir im neuen Testament haben.
00:27:48: passt auch gut zu der Aussage des Liedes.
00:27:51: Man kann auch noch mal so ein bisschen nach links und rechts zu den anderen Texten schauen, die Epistole aus dem ersten Petrusbrief.
00:27:56: dort findet sich der Satz all eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
00:28:01: oder der Psyme des Sonntags.
00:28:02: da kommt dieser schöne Satz vor, es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und danach lange sitzt und esset euer Brot mit Sorgen.
00:28:10: Denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
00:28:12: Das ist auch diese Sorglosigkeit und das Vertrauen, dass Gottes Dinge schon richten wird so.
00:28:17: Zuversicht!
00:28:18: Man könnte doch fast denken, dass Georg Neumann diesen Psalm onehundertseventeil als Vorlage genommen hat für die zweite Strophe oder?
00:28:24: Was helfen uns die schweren Sorgen?
00:28:26: Was hilft uns unser Wehen?
00:28:27: Ach was hilft ist, dass wir alle morgen bis selbst umso ungemacht.
00:28:33: Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und Herrn nach langesetzt.
00:28:36: Das könnte doch fast wie eine Steilvorlage gewesen sein.
00:28:39: Ja
00:28:39: das habe ich schon öfters gedacht, dass ich mir mehr Bibel verweise im Gesangbuch wünsche auf Bezüge, auf Text stellen.
00:28:45: Ich würde gerne mit euch noch ins Gespräch kommen.
00:28:48: Wie setzen wir das Lied im Gottesdienst ein?
00:28:51: Wir müssen uns das nicht groß ausdenken weil das Liet hat seinen Platz gefunden.
00:28:56: Würde ich erst mal sagen, es ist gesetzt!
00:28:58: Und es ist sicher auch deshalb gesetzt als Barock liegt, sich wunderbar mit der Orgel begleiten lässt und es ist gut zu spielen.
00:29:06: Es ist zwar nicht ganz so leicht wie andere einfache Melodie-Strukturen – ich sage jetzt mal als Beispiel, ich singe die mit Herz und Mund.
00:29:13: Das ist schon harmonisch ein bisschen komplizierter aber wenn ich's gut geübt habe kann ich das wunderbar begleiden.
00:29:18: Aber ich würde ergänzen, es lässt sich sehr gut auch mit dem Klavier begleiteten und auch mit der Gitarre.
00:29:26: Da eignet sich einfach diese.
00:29:28: Dieser Dreier-Takt eignet sich sehr gut dazu, man kann es also gut im Strumming spielen.
00:29:33: Also geschlagen, geschrummelt sage ich jetzt mal aber eben auch mit einem Pickingmuster auf der Gitarre.
00:29:39: Also gezupft
00:29:40: oder was ist
00:29:40: Picking?
00:29:41: Genau!
00:29:41: Gezupft einfach durch dieses innige, was das Lied auch transportiert, dieses persönliche.
00:29:48: da wirkt es denke ich auch sehr gut mit einer
00:29:50: Gitarren.
00:29:50: Die Harmonien sind auch zu bewältigen.
00:29:52: Ich
00:29:52: kann Gemol nicht spielen auf der Guitar.
00:29:55: Lidrum sagt, wenn man es nach E-Moll transponiert und auf der Gitarre kann man dann mit Capodaster einfach das E-moll... Also
00:30:02: mit diesem Steg hier drauf.
00:30:04: Den drauf klemmen und dann
00:30:05: schiebt's alles?
00:30:06: Genau!
00:30:06: Dann kann man es auch von der Tonhöhe wieder nach G-mall hochschieben und man spielt aber in E-moll.
00:30:11: E-MoL geht gut, das lernt uns
00:30:12: zuerst.
00:30:14: Zwei Finger, ne?
00:30:14: Genau.
00:30:17: Gut du hast gesagt Katrin, dass Lid ist auch eine andere Konfession Bekannt?
00:30:23: Ja, also es steht auch im reformierten, im schweizer reformierten Gesangbuch.
00:30:25: Es steht im Gotteslob.
00:30:27: Also wenn man ein ökumenischem Gottesdienst hat super Wahl!
00:30:32: Ja ich würde gerne noch ergänzen dass wir jetzt nur über die Anwendung im Gottesdienst geredet haben.
00:30:38: Ich hatte ja schon am Anfang gesagt meine Zugänge sind ja auch über so eine ganz persönliche Lebenssituation beim Abschied eines Sterben und ich finde das das beste Beweis ist dass das Gesang Buch kein Gottesdienstbuch sein muss und auch ein Hausbuch sein kann.
00:30:53: Und so ist es ja auch eigentlich gedacht, dass wir diese Lieder mitnehmen und gerade dann wenn uns Worte fehlen sie uns halt geben.
00:31:02: Das würde ich auf jeden Fall nochmal verstärken.
00:31:05: Ich habe ja vorhin gesagt, dass ich das Lied auch gerade auswendig gelernt hab auch deswegen weil meine Kinder hören sich gerne abends vorm Einschlafen auch irgendwie alte Gesangbuchlieder an die ich den dann vorsingen kann.
00:31:16: und zurzeit ist es eben auch das mit.
00:31:19: Hören Sie sich das wirklich an?
00:31:21: Freuen Sie sich da drüber, auch wenn sie vielleicht dann nicht alles verstehen.
00:31:24: Aber ich glaube die Melodie, aber das trinkt schon tief ein.
00:31:27: Ja und wenn du das noch auswendig lernst, habe ich auch mal gemacht übrigens beim Straßenbahnfahren im Studium.
00:31:32: Hat dich
00:31:32: mitgesungen
00:31:33: in der Straße?
00:31:34: Nein, nicht!
00:31:34: Aber so still davor gesessen und gedacht wie nutzt du diese Zeit?
00:31:38: Ich kann alle Strophen vom Mond und paar anderen hinunter das Sonnenschein und was weiß ich... Das schön befreit singen zu können ohne den Buch zu haben zu müssen.
00:31:50: Das
00:31:52: kriegen wir nicht raus.
00:31:54: Ich hoffe, Sie hören uns trotzdem gerne zu!
00:31:56: Wir wollen noch ganz
00:31:57: kurz
00:31:58: über ein paar Tippsvertonungen, Begleitsätze oder anderes... Also ich habe nochmal geguckt war ich auch ganz erstaunt und hab festgestellt das Lied findet sich mehrfach bearbeitet von Johann Sebastian Bach Vor, also zum Beispiel in der Koralkantate Bachwerkverzeichnis III.
00:32:17: die da auch heißt wer nur den lieben Gott lässt walten Für den fünften Sonntag nach Trinitatis aber auch in anderen Kantaten teilweise stufenweise eighty-eighten achtzig hundert sechsen sechzighundert sieben neun und siebzig hundred sieben und so weiter.
00:32:33: Und besonders schön finde ich eigentlich die den Satz in der Kantate einundzwanzig.
00:32:37: Ich hatte viel Bekümmernes.
00:32:39: Da wird nämlich die Melodie des Korals mit In zwei Strophen mit einer dreistimmigen Fuge verknüpft.
00:32:45: sei nun wieder zufrieden meine Seele, die da Tenor und Sopran dann singen.
00:32:53: Ja wenn wir gerade bei Bach sind mich begleitet natürlich als Organist- und Kürzenmusikstudent Der Bach-Satz aus dem Orgelbüchlein.
00:33:08: Die arbeiten da, dort in Amol übrigens.
00:33:11: Bachwerke verzeichnet sechsohnundzwundvierzig schon zigmal gespielt bei Beerdigung und Gottesdiensten.
00:33:18: Manuson, Brahms, Schumann auch andere Komponisten haben diesen Choral aufgegriffen.
00:33:24: Und kennt ihr den Film Weyerkontakt?
00:33:27: Erzähl mal was das Lied auf eine Rolle spielt.
00:33:30: Also ne sehr zentrale.
00:33:31: Es geht ja auch mit das Singen.
00:33:33: Es geht um so einen imaginären Orden, die kann...
00:33:36: Kantorianer?
00:33:37: Ja, Kantorianern genau.
00:33:39: und es geht auch um den dreistimmigen und vierstimmigen Gesang.
00:33:43: und da ist dieses Lied führt durch den ganzen Film.
00:33:46: Dreistimmig, das sind ja drei Jahre, ne?
00:33:49: Das ist vielleicht auch ein Grund für die Popularität des Liedes, weil viele Leute das wahrscheinlich kennen den Filmen.
00:33:54: Muss ich wieder mal angucken!
00:33:57: Und dann natürlich nicht vergessen Die Gospelmesse, Missa Parologum Dei von Ralph Krössler komponiert.
00:34:04: Das
00:34:04: ist die, die du in Bachandog werdest?
00:34:05: Genau und darin diese Meditationen für Saxophon und Trompete und Jazzband und Streicher wunderschön anzuhören.
00:34:16: In dem Zusammenhang vielleicht noch auch moderne Rezeption.
00:34:19: Sarah Kaiser hat eine kongeniale Bearbeitung auf ihrer CD Geistes Gegenwart und im sogenannten Liderschatzprojekt von Albert Frey.
00:34:28: Da ist es mit integriert auf der CD Hoffnung.
00:34:32: Das Liederschatzprojekt, das sind Musiker und Produzenten aus dem Prays- und Worshipbereich die aber sich gesagt haben diese alten Lieder wollen sie auch erhalten.
00:34:41: Die nur immer neue Lieder produzieren und die haben eben mit ihren musikalischen Stilmitteln diese Lieder bearbeitet und auch wirklich Produktion gemacht, die zum Mitsingen gedacht sind.
00:34:51: also große Empfehlungen, Liedeschatzprojekte da ist es dabei.
00:34:56: Ja, dann ist glaube ich fast alles gesagt.
00:34:59: Es fehlt nur eins der Dank an Karsten Hauptmann dass du heute bei uns warst und es ist dadurch auch gleich ein bisschen kontroverser geworden und eine
00:35:07: wunderbare Farbe.
00:35:10: Schön!
00:35:10: Vielen Dank für Ihre Einladung.
00:35:12: Uns hat's Spaß gemacht.
00:35:13: wir hoffen unseren Hörern auch und freuen uns auf unsere nächste Sendung Tschüss.
Neuer Kommentar