Danket dem Herrn (EG 333)

Shownotes

Ein Text voller Anspielungen auf Psalmen und andere biblische Texte, ein großer Tonumfang, ein Zeitstopper mitten im Lied. "Danket dem Herrn" wurde von Karl Friedrich Wilhelm Herrosee und Karl Friedrich Schulz geschrieben und schnell sehr beliebt. 1912 empfahl es die preußische Regierung für den Schulunterricht. Aber das ist lange her.

Wir freuen uns über Post an wochenliederpodcast@evlks.de und über neue (und alte) Freunde und Freundinnen auf Insta. Hinweise zu Mitwirkenden und den Einspielungen in dieser Episode gibt es unter www.wochenliederpodcast.de.

Transkript anzeigen

00:00:37: Freudiges und beschwingtes Danklied spielt heute die Hauptrolle in unserem Wochenlieder-Podcast.

00:00:43: Herzlich Willkommen sagt Martina Hart, Arbeitsstelle Kirchenmusik im Sachsen und

00:00:49: Vertremmette Pfarrerin bei der Ehrenamtsakademie in Sachsen!

00:00:52: Wir schauen heute auf das Lied EG.

00:00:54: Threehunderte dreiunddrei sich danket dem Herrn.

00:00:57: Den Text hat Karl Friedrich Wilhelm Herr Hosee geschrieben.

00:01:01: vor achtzehnhundertzehn Aus dem selben Jahr stammt die Melodie und der Satz von Karl Friedrich Schulz.

00:01:08: Und es ist vorgeschlagen als Wochenlied für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis.

00:01:14: Lasst uns reinhören in dieses Lied!

00:04:08: Das Lied ist ja sehr hoch, also es geht sehr hoch... Ich höre da auch gleich gemeinte Gesang wo ich das Gefühl habe Dass sich manche Stimmen quälen in den oberen Lagen.

00:04:22: Das ist so eine Assoziation, die mir gleich einfällt.

00:04:26: Was mir aber andererseits an dem Lied gut gefällt,

00:04:29: dass

00:04:30: zumindest drei Strophen mit einer Aufforderung beginnen, die sich sehr ähnelt und immer leicht variiert ist.

00:04:35: Danke dem Herrn Lobett!

00:04:37: Den Herrn Singet!

00:04:39: Dem Herrn... Das finde ich wiederum schön.

00:04:41: dadurch bekommt das Lied zu einem textlichen

00:04:44: Zusammenhalt.".

00:04:46: Ich schlage das Gesangwuch auf und freue mich immer über mehrstimmiger Singangebote.

00:04:52: Hier also auch ein mehrstimiger Satz, die lassen sich nämlich vielseitig nutzen.

00:04:57: zum Beispiel könnte ich sie singen.

00:04:59: Ich kann sie aber auch spielen!

00:05:02: Ich kann das Lied mit mehreren Akapeller singen unbegleitet.

00:05:06: Ich kan die Flöten diesen Satz spielen ja sind Posaun.

00:05:10: Ich habe mal nachgeschaut, ich habe das Gefühl dass mehrstimmige Sätze in den Gesangbuch-Ausgaben besonders den Neueren im Trend liegen.

00:05:20: Also im Stammteil könnte man so auf eine Zahl von ungefähr sieben bis acht Prozent kommen, dass wir dort mehrstimiche Singangebote haben.

00:05:28: da meine ich auch sowas wie seht die gute Zeit ist nahe also Kanon und Ostinato dazu.

00:05:35: Das hab' ich jetzt auch mitgezählt.

00:05:38: Ja, in unserem sächsischen Sinkt von Hoffnung.

00:05:41: Unsere Landeskriechen-Ausgeiber sind zwölf Prozent der Liedermehrstimme.

00:05:45: Kleine

00:05:45: Steigerung und sagt mal hier im Ergänzungsherft hast du da auch eine Zahl?

00:05:49: Das sind ja insgesamt nicht so viele aber das sind ja achtundzwanzig Prozent der Liter wenn ich es mal in Prozenten rechne.

00:05:56: mehr Stimmige an Gebote auch manchmal nur mehr Stimmung abgedruckt und nur der Refrengen mehrstimmig.

00:06:03: Also nicht immer der ganze Satz.

00:06:04: Ja, aber das ist ja schon beachtlich.

00:06:06: Und auch in Durchhose und Tiefes oder wo wird ich loben?

00:06:09: Wachsen neue Lieder EG Plus also auf jeden Fall immer mehr als im... ... dein neunzehn, dreieinundzig bis sechsenneunzig im EG-Stammteil aufgenommen wurde.

00:06:18: Mehrstimmige Sätze.

00:06:21: Wobei ich mir vorstellen kann wenn ich jetzt im Gottesdienst sitze Ganz normales Gemeindeklied, das auch nicht im Chor singt und sehe dann eben einen vierstimmigen Satz vor mir.

00:06:33: Dass ich denn erst mal verwirrt bin weil ich gar nicht weiß welche Stimmenlinie ich jetzt singen muss.

00:06:39: Ja, das kann viele verwirren die Chorgesang Nichtgewöhnste, die nicht wissen wie ich da die Noten lese.

00:06:47: Im Gesangbuch ist es bei einigen Liedern so gelöst dass Ich Das Vierstimmige Satzangebot abgedruckt habe Und zusätzlich noch Ganz normal das Lied aufhin nur mit Melodie und Text unten drunter folgend.

00:07:02: Bei unserem Lied ist es aber leider nicht so, da haben wir nur den vierstimmigen Satz abgedruckt.

00:07:07: Zum Texter vielleicht einige Hintergrundinformationen.

00:07:10: der Karl Friedrich Wilhelm Herose ist im Jahr siebzehnhundertfünfzig in Berlin geboren worden und er stammt aus einer Huggenotten-Familie.

00:07:20: Vielleicht zwei, drei Sätze zu den Hugenotten.

00:07:22: Das waren also französische Christen, protestanten Kalvinisten.

00:07:27: die wurden in Frankreich unterdrückt und verfolgt.

00:07:31: so um sixteenhundertfünfundachtzig erreichte diese Unterdrückung ein Höhepunkt und das löste eine große Fluchtwelle aus.

00:07:40: etwa einer Viertelmillion Hugenoten suchten in den Gebieten Europas Übersee auch in Preußen

00:07:50: Also in den protestantischen

00:07:52: Gebieten.

00:07:53: Die Familie von Herose eben auch, der Herose in Berlin geboren ist dann zum Studium gegangen und dann war er vikal in Dresden also bei uns in Sachsen.

00:08:05: später wurde er Hilfsprediger in Berlin ab Polen.

00:08:20: Und der Herosee machte sich nicht nur als Pfarrer und Prediger verdient, sondern auch als Dozent am Lehrerseminar und einer von ihm gegründeten Töchterschule.

00:08:30: Er hat verschiedenes publiziert zu theologischen und pädagogischen Themen, hatte aber auch Predigten und Gedichte veröffentlicht – auch einen Oratorien Libretto.

00:08:39: Eins seiner Werke wurde sogar von Beethoven vertont!

00:08:43: Ja, und er war vom Geist der Aufklärung geprägt.

00:08:46: Suchte nach einer Übereinstimmung von Glaube, Nunft oder Teilecker-Schrift.

00:08:50: Ich finde das klingt alles ziemlich gut und sympathisch aber irgendwie die Datenlage ist doch dünn.

00:08:54: also mehr kann ich dir jetzt auch nicht erzählen über den...

00:08:57: So persönliche

00:08:58: Dinge?

00:08:58: Ja!

00:08:59: Also man habe ich nicht gefunden, ob er verheiratet war, Kinder hatte.

00:09:03: Falls jemand von euch mehr weiß könnt ihr euch gerne bei uns melden.

00:09:06: entweder schreibt ihr uns eine E-Mail, Wochenlieder Podcast et www.evlks.de oder schreibt uns auf Instagram, da sind wir auch und da würden wir dann in den Kommentaren ja uns freuen über weitere Hintergrundinformationen zum Lead-Dichter.

00:09:22: Zu unseren Melodisten Karl Friedrich Schulz wissen wir etwas mehr.

00:09:27: Karl Friedrisch Schulz kommt aus der Niederlausitz genauer aus Wittmannsdorf und er wurde dort siebzenundvierundachtzig geboren verstarbt, achtzenhundertfünfzig in Fürstenwalde Mecklenburg.

00:09:40: Schulz war um achtzehn Gesangslehre am kirchlichen Seminar in Zülichau, hatten wir schon?

00:09:46: Da war ja auch unser Texter.

00:09:50: Er hat sich mit den pädagogischen Reformansätzen von Johann Heinrich Pestalozzi befasst.

00:09:56: Der ist mit diesem Gedanke gut in Kontakt gekommen und hat sich ausgetauscht Pädagogen seiner Zeit, hat selber Schriften verfasst.

00:10:05: Zum Beispiel Leitfaden bei der Gesangslehre nach der elementarmen Methode, achtzehnundzwölf oder ein musikalisches Schulgesangbuch von achtzehntundsechzehn und die war es ganz wichtig dass das Thema Singen in der Lehre im Umgang mit Kindern eine große Rolle zur Vermittlung von Inhalten stand.

00:10:24: Der bekannte vorkstümliche Kanon, Owie Wohl ist mir am Abend wurde übrigens erstmals in seiner Gesangslehre veröffentlicht und ist vielleicht auch mit seinem Werk um.

00:10:36: andere Lieder und Melodien von ihm kenne ich jetzt nicht.

00:10:40: Ich auch nicht!

00:10:41: Das überraschte ich jetzt eventuell nicht wenn du schon nicht mal eine kennst.

00:10:46: Der Text dieses Liedes danke dem Herrn er steckt voller Anspielung auf Psalmen und andere biblische Texte hat ja auch eigentlich so selber den Charakter eines Psalms.

00:10:57: Martina, lass uns mal diese Anspielungen durchgehen.

00:11:01: Teilweise sind sie sogar im Gesangbuch ausgewiesen.

00:11:03: Strophe eins.

00:11:05: Danke dem Herrn!

00:11:06: Wir danken dem Herrn denn erst freundlich und seine Güte wäre Ewiglich Sie wäre ewiglich.

00:11:15: Da steckt Psalm hundertachzehn drin.

00:11:17: Danke dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte wäre eh wirklich!

00:11:20: Das ist der Psalmen, der das Oster festprägt und übrigens beginnen auch die Psalme hundert sechs und hundert sieben mit genau den gleichen Worten.

00:11:28: Strophe zwei.

00:11:31: Ja dann wird es wiederholt was ihr dir gut getan.

00:11:40: Das sind Worte des Hundert dritten Psalms, Lobedin Herrn Meine Seele und vergiss nicht was er dir Gutes getan hat.

00:11:46: Es ist auch der Wochenspruch am vierzehnten Sonntag nach Trinitatis also hier an unserem Sonntage Und das ist ja auch in vielen anderen Kirchenledern aufgegriffen und vertont worden unter anderem Auch im zweiten Wochenlied dieses Sonntags, Lobedein Herrne Seele EGE Nummer vierzehn.

00:12:11: Diese Zeilen haben mehrere Anker in biblischen Texten.

00:12:15: Es gibt wieder Psalm-Motive, psalm acht, siebenundsiebzig und psalme hundertvier.

00:12:21: Vor allem springt unserem geschulten Ohr aber natürlich die Formulierung ins Auge.

00:12:25: Seine Holt ist jeden Morgen neu!

00:12:27: Das ist ja eine Reminiscence an einer Stelle aus den Klageledern.

00:12:31: drittes Kapitel Die Güte des Herrn ist dass wir nicht gar aus sind.

00:12:35: seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende sondern Sie isst alle morgen neu Und deine Treue ist groß.

00:12:42: Bestimmt erinnerst du dich?

00:12:43: Das hatten wir ja schon mal in einem Wochenlied, das hat einfach in viele Kirchenlieder Eingang gefunden dieses Motiv und wir hatten es schonmal bei dem Lied gelobt seit deinem Treu.

00:12:53: Das war eines der neuen Wochenlieder für den sechzehnten Sonntag nach Trenetatis.

00:12:58: Vierte Strophe!

00:13:00: Groß ist der Herr, Ja, groß ist der Her.

00:13:03: Sein Name ist heilig und alle Welt is seiner Ehre voll.

00:13:08: Groß ist der Herr, so beginnt Psalm forty-eight.

00:13:11: Ähnliche Formulierung kennen wir auch aus psalm ninety-six und hier steckt natürlich die Tempelvision Jesaias drin, der den Tempel sieht.

00:13:21: Der hat eine Schau, da sieht er den Tempel ausgefüllt vom Mandelsaum Gottes und dann kommen da so mehrere Seraphim.

00:13:29: Und rufen heilig, heilich, heillich ist Gott der Herr Zeberort.

00:13:33: Übrigens über diesen Text habe ich meine allererste Predigt in meinem Leben gehalten das es hier sah ja sechs.

00:13:38: Für mich klingen gleich Wendungen aus den liturgischen Gesängen im Ohr.

00:13:43: Ich denke ans Chloria aber auch an das Heilig im Sanctus.

00:13:47: alle Lande sind seiner Ehre voll usw.

00:13:50: Also viele Anknüpfungspunkte.

00:13:53: Strophe fünf Betet ihn an, Anbetung dem Herrn.

00:13:57: Mit hoher Ehrfurcht wird auch von uns sein Name stets

00:14:01: genannt.".

00:14:02: Jetzt wechselt das Lied wieder in den Aufforderungen des Modus, also Strophe vier und drei waren ja davon abgewichen aber nun wird wieder quasi animiert, betet ihn ein.

00:14:14: Die Psalme stellen lass ich jetzt mal weg, das war sonst so langweilig denke ich.

00:14:18: Sechste Strophe singe dem Herrn Lob.

00:14:21: singe dem Herrn in frohen Chören, denn er vernimmt auch unseren Lobgesang.

00:14:31: Nach dem Danken, loben und beten wird die Gemeinde jetzt zum Singen aufgefordert – ich finde das lustig am Ende des Liedes, denn wir singen ja schon die ganze Zeit!

00:14:41: Singet dem Herrn, dass es auch ein bekanntes Psalm-Wort kennen wir aus Psalmen sixundneunzig und achtundneuntzig.

00:14:47: Und hier in unserem Lied, in der sechsten Strophe wird auch nochmal begründet.

00:14:51: Warum wir singen sollen?

00:14:52: Weil Gott es hört!

00:14:54: So endet das Lied und ich finde das doch eine schöne Poarte wenn ich mir nachdem ich schon die ganzen Strophen gesungen habe dann noch mal so bewusst mache dass jetzt beim Singen diese Verbindung zwischen mir und Gott besteht weil Gott mich eben

00:15:07: hört.

00:15:08: Was man jetzt glaube ich auch ganz gut mitbekommen hat ist, dass der Aufbau der Strophe immer demselben Muster folgt.

00:15:14: also zum einen gibt's so ein ersten Satz dann immer gleich noch mal verstärkt und bestätigt, aber ein bisschen auch verschiedenerweise.

00:15:21: Also in Strophe eins geht es los mit Danke dem Herrn und das wird in der Aussage überführt.

00:15:26: Wir danken dem Herrn!

00:15:28: Das

00:15:28: ist erst die Aufforderung und dann die Aussage?

00:15:30: Die Tat folgt quasi der Auffordung auf dem Fuß.

00:15:34: In Strophe zwei haben wir auch so einen Imperativ Lobet den Herrn und da wird er durch ein Ja bekräftigt – ja, Lobett den Herrn.

00:15:44: In Stufe vier ist das auch so... Groß ist der Herr, ja groß ist der Her.

00:15:49: Dann gibt es noch so eine zweite formale Gemeinsamkeit aller Strophen nämlich die besteht darin dass die letzte Zeile immer noch einmal wiederholt und damit verstärkt wird.

00:15:59: das ist übrigens auch ne schöne Methode Psalmen mit der Gemeinde zu beten ohne dass die ne Textvorlage vor sich haben müssen.

00:16:07: Du weißt ja oft darauf hin, wie blöd es ist wenn man seine Lesebrille zum Beispiel vergessen hat dass man dann ausgeschlossen ist gleich von bestimmten Teilen des Gottesdienstes tendenziell auch beim Psalm der Fall.

00:16:17: aber es gibt eben die Methode das quasi.

00:16:19: es gibt eine Vorbeter in Liturgien.

00:16:22: die betet immer die psalmverse vor und die Gemeinde wiederholt immer nur den zweiten teil des Psalms.

00:16:28: quasi nur nach dem gehör ich ein

00:16:30: Echo.

00:16:31: Ja, und wir machen das jetzt mal zusammen.

00:16:32: Ich habe den Psalm für den vierzehnten Sonntag nach Trinitatis rausgesucht.

00:16:35: Ich bin jetzt die Liturke und du bist die Gemeinde.

00:16:37: Wir machen es jetzt mal nach der Methode.

00:16:39: Du wiederholst immer den zweiten Teil des Psalmpferses.

00:16:46: Halleluja!

00:16:47: Lobbe den Herrn meine Seele?

00:16:49: Ich will den Herrn loben so lange ich lebe Und meinem Gott lob singen solange ich

00:16:57: bin.

00:16:58: Verlasset euch nicht auf Fürsten.

00:17:00: Sie sind Menschen Die können ja nicht

00:17:02: helfen Die sind Menschen, die können ja nicht helfen.

00:17:07: Denn das Menschengeist muss davon und er muss wieder zur Erde werden – dann sind verloren alle seine Pläne!

00:17:15: Dann sind verloren alle seine

00:17:17: Pläne.

00:17:17: Du merkst, das geht ganz einfach?

00:17:21: Das ist total cool!

00:17:22: Ich

00:17:22: war erst ein bisschen angespannt und bekomme ich mit, wann der Schluss da ist.

00:17:27: Man hört immer, muss sich das jetzt wiederholen aber man wird lockerer.

00:17:31: Es ergibt sich

00:17:31: ganz natürlich bzw.

00:17:33: du kannst ja als Litorgern auch dann deutlich mitsprechen was die Gemeinde sagt, dann hören sie auf deinen ersten Impulsen sofort.

00:17:40: Denn es ist auch für Kinder gut, können die auch mitmachen.

00:17:43: Zum musikalischen Gewand unseres Lides, da würde ich gerne so eine Überschrift drüber setzen.

00:17:49: Dass man wissen muss dass sich unsere Singkultur wie wir gemeinsam in den Gottesdiensten und Andachtensingen wirklich stark verändert hat.

00:17:57: im Kirchenraum zur Entstehungszeit unseres Lides.

00:18:01: sag noch mal das Datum der Melodie...

00:18:04: Achtundzehn ist hier notiert.

00:18:07: Da war es eigentlich üblich eine sehr gleichmäßige und langsame Bewegung für einen Choral gab.

00:18:16: Also das war typisch, es waren Wesensmerkmal des Singens dass man langsam und sehr gleichmäßig singt und Es gab auch so die Formulierung, dass das eine edle Einfachheit, Schlichtheit und Würde hatte.

00:18:30: Und entsprechend dessen sind viele Melodien aus dieser Zeit ohne eine besonders ausdifferenzierte Rhythmik gestaltet.

00:18:37: also üblich waren Schlichte, gerade Bewegungen rührt mich.

00:18:42: Aber vielleicht eher viel Abwechslung in den Harmonien von Ton zu Ton auch wie man das begleitet hat.

00:18:48: Du musst dir vorstellen die haben ganz langsam gesungen da war auch ganz viel Zeit Da wären die Gemeinde du oder god singt auf der Orgel irgendwie noch Zwischentöne einzufügen und ein bisschen zu spielen.

00:19:01: Also irgendwie hatten diese Melodien die damals entstanden etwas sehr pathetisches.

00:19:06: Oft waren es auch sehr viele kleine Tonschritte, also einfach zu singen oder manchmal auch ganz bewusst sehr expressive Intervalle.

00:19:14: Also die so ganz typisch dann werden für das Lied.

00:19:19: Es gibt eine Bezeichnung dafür, die nennt sich klassizistisch hymnische Melodien, also nationalhymne irgendwas besonders abgehoben feierliches.

00:19:30: Lieder aus dieser Zeit mit ähnlichen Merkmalen sind Melodien wie Große Gott wir loben dich, ich bete an die Macht der Liebe.

00:19:37: oder dass sich tausend Zungen hätte.

00:19:40: Wie gesagt das damalige Zinktempo war sehr langsam.

00:19:43: manchmal wurde auch angehalten zwischen den Strophen oder wenn es sich auch anbot ein in der Strophe bei Spannungsbögen wenn sie zu Ende waren.

00:19:53: da wurde so eine kleine Improvisation ausgeführt.

00:19:57: Dieses Lied hat einen großen Tonumfang.

00:19:59: Wir erheben uns vom tiefen B, vom Grundton in einem feierlichen Beedrohr mit dem gebrochenen Dreiklang nach oben und in Sekundschritten dann über anderthalb Oktaven hinaus.

00:20:14: Also bis zum S-Oppel.

00:20:16: Und das ist richtig viel!

00:20:17: Jetzt kannst du sagen es gibt Leute die gern tief singen, es gibt Menschen die gerne so hoch singen.

00:20:22: Du wirst für alle nicht das Richtige dabei haben weil irgendjemand quält sich immer an einer Stelle.

00:20:26: also ich bin tiefer alt.

00:20:28: S-II ist schon für mich wirklich auch eine Lage, wo ich mir eine sängerische Haltung bringe um damit es noch schön klingt aus meiner Kehle und nicht gequetscht.

00:20:36: Ja!

00:20:37: Und dann kommen die Stellen denn erst freundlich.

00:20:40: das ist wie so ein Zeitstopport.

00:20:42: auf Erlärmung samt sich alles dass mit drei halben Noten hintereinander ausgesetzt.

00:20:47: bei Ewiglich kommt noch Neues Element dazu.

00:20:51: Vorher denkt das Lied ganz Syllabisch, also Ton, Silbe.

00:20:54: jetzt wären solche Bindebögen reingemacht.

00:20:57: Das Wurte werden umspielt die werden auch dadurch betont.

00:21:01: Dann kommt der Schluss nach diesen Melismen, diesen Binde-Bögen und zwar sie wäre es ewiglich Sie wäre es ewiglich diese Wiederholung.

00:21:12: Und da finden sich auch musikalische Wiederholungen wieder denn das ist alles beides ähnlich nicht auf derselben Tonhöhe, es schraubt sich alles langsam nach unten und dann beginnen wir zu landen.

00:21:25: Und zwar wieder dort wo wir angefangen haben denkt man zuerst?

00:21:29: Nein Grundhund derselbe B aber wir bleiben eine Oktave höher als ganz am Anfang also wir gehen nicht wieder ganz in den Keller zurück.

00:21:40: ich finde das ist alles sehr sehr stimmig irgendwie auch schlicht.

00:21:43: Also diese edle Einfachheit die ich von gesagt habe die so ein Klang ideal war Und die Sprachbetonung, die passend ziemlich gut zu der Textvorlage.

00:21:52: Also ich würde sagen, die Melodie unterstützt den Text.

00:21:57: Ich habe gelesen dass das Lied sehr schnell beliebt wurde, und es wurde auch für die Schulklassen im Unterricht so für Klasse V und VI von einer bräusischen Regierung empfohlen.

00:22:08: Diese Empfehlung ist nicht mehr aktuell.

00:22:10: Soviel kann ich dir hier vergeben?

00:22:13: Ja aber das sind wir schon bei der Anwendung.

00:22:15: Wann wird das Lied oft gesungen, gern besuchen?

00:22:18: Bei Trauerung.

00:22:19: Ja oder EU-Beleum.

00:22:21: Denn es ist fröhlich, es ist feierlich, dann ist dort das Thema Danken zu diesen Festanlässen besonders im Fokus.

00:22:31: Strophe eins könnte man auch als Tischlied singen so als Gebet.

00:22:35: Strufe drei also als Morgenlied und stufe vier als Chloria.

00:22:40: Strophe fünf als Sanktos, als Gebetslied, Anbedungslied, Danklied, Bekenntnislied.

00:22:45: Also ich glaube da würde mir einiges einfallen wo ich anknüpfe Punkte bei den Strophen finde.

00:22:51: So weit für heute.

00:22:53: macht es gut und habt eine gute Zeit!

00:22:55: Wir hören uns hoffentlich bald wieder.

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