So jemand spricht: Ich liebe Gott (EG 412)
Shownotes
Am 13. Sonntag nach Trinitatis dreht sich alles um die Nächstenliebe. Wenn ich mich nicht für die Menschen verantwortlich fühle, mit denen ich zu tun habe, dann kann es mit meiner Liebe zu Gott nicht weit her sein. So könnte man die ersten Zeilen des Wochenliedes für diesen Sonntag paraphrasieren. Dort heißt es: Gott ist die Lieb und will, dass ich den Nächsten liebe gleich als mich. Unser Gesprächsgast in dieser Folge ist Michael Markert. Michael Markert ist Rektor und Studienleiter des Kirchlichen Fernunterrichts in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.
- Der 13. Sonntag nach Trinitatis bei www.kirchenjahr-evangelisch.de
- Etwas über Christian Fürchtegott Gellert
- Es gibt noch ein zweites Wochenlied für diesen Sonntag: Wenn das Brot das wir teilen (EG.E 28). Das ist auch interessant, wie man hier erfahren kann
Wenn Ihr Fragen oder Anregungen zum Wochenliederpodcast habt, schreibt uns: wochenliederpodcast@evlks.de
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Hinweise zu Mitwirkenden und den Einspielungen in dieser Episode gibt es unter www.wochenliederpodcast.de
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen beim Wochenlieder-Podcast mit
00:00:11: Kathrin Mette von der Ehrenamtsakademie.
00:00:13: Auch
00:00:13: wieder bei Martina Haagt, Arbeitsstelle Kirchenmusik und heute mit unserem Gast
00:00:19: Michael Markert aus Leipzig
00:00:22: Mit unserem Lied, so jemand spricht ich liebe Gott im evangelischen Gesangbuch die Nummer fourhundert zwölf.
00:00:30: Der Text
00:00:30: wurde verfasst von Christian Fürchte-Gott Gellert und die Melodie folgt der Melodiewayante Mars mit mir Gott nach Deiner Güte.
00:00:40: als Verfasser sind hier angegeben Bartolomeos, Gesius und Johann Hermann Schein.
00:00:46: Das Lied wird als Wochenlied für den dreizehnten Sonntag nach Trinitatis vorgeschlagen.
00:00:52: Ja, wir haben ja heute einen Gast bei uns Michael Markert.
00:00:55: Den haben wir schon begrüßt!
00:00:56: Ich will ihn kurz vorstellen.
00:00:58: Michael Marker ist Theologe und Pfarrer und momentan ist er der Rektor des kirchlichen Fernunterrichts in der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands und auch dort einer der Studienleiter.
00:01:08: Bis vor kurzem waren Michael Markerd und ich Kollegen am Klosterhof St.
00:01:12: Afra im Maisen.
00:01:14: Dort sind mehrere Institutionen angesiedelt, zum einen die Ehrenamtsakademie bei der ich arbeite.
00:01:19: Aber auch das Pastoralkolleg und dort hat Michael Markert eine also viele Jahre gearbeitet.
00:01:25: Hat Facherinnen und Pfarrer weitergebildet, Prädikanten weitergebildet, fortgebildete, ausgebildeten... Und wenn ich das richtig mitbekommen habe war das Thema Kirchenlied bzw Theologie des Kirchenlids auch eines der Themen, die dich am Pastoral-Kollege interessiert haben.
00:01:42: Wir haben eigentlich immer versucht, viel zu singen.
00:01:45: Aber wir haben uns auch gefragt wie suche ich eigentlich passende Lieder für einen Gottesdienst aus?
00:01:53: Und kann ich sie am Ende auch anstimmen?
00:01:55: was muss sich dazu beachten?
00:01:58: So praktische Übungen mit den Prädikanten und Prädikantern
00:02:00: waren das zum Beispiel genau aber auch mit Pfarrerinnen und Pfarrern und dann haben wir ein Seminar vorbereitet zum Thema Lied- und Theologie.
00:02:09: Wie wirkt eigentlich das Singen mit bei der Übermittlung und Annahme der Verkündigung.
00:02:16: Helfen Sie Musik oder können sie auch hinterlich sein?
00:02:21: In der Reformationszeit war das Singen sehr wirkungsvoll, wie ist es eigentlich heute?
00:05:39: Ja, das sind wir schon.
00:05:41: Mittendrin.
00:05:42: Wie ist das heute?
00:05:43: Habt ihr dieses Lied angesteckt im Gottesdienst, habt ihr es oft rausgesucht?
00:05:46: oder was sind eure ersten Assoziationen, Eindrücke und Gedanken die euch beschäftigen wenn ihr dieses lied im Gesangbuch aufschlagt?
00:05:55: ich bin gespannt.
00:05:56: Du hast gefragt ob ich's so oft angesteckte.
00:05:58: Ich glaube nicht aber ich habe mir jetzt ja den Text nochmal angeguckt in Vorbereitung auf dem Podcast und dann dachte ich schon Das ist schon irgendwie textlich raffiniert gemacht.
00:06:08: Es hat ja so ein sehr dominantes Thema, das Lied.
00:06:11: Das werden wir dann noch ausführlicher beschreiben.
00:06:14: und aber das Kreis um dieses Thema.
00:06:16: jede Strophe variiert das Thema mit einem eigenen kleinen Akzent oder mit einem eigenem Argument und es gibt so einen Netz aus Worten, dass sich über das ganze Lied spannend.
00:06:25: also sagen wir die Hauptwürter lieben Bruder nächster.
00:06:29: Das finde ich irgendwie beeindruckend weil erzeugt eine Geschlossenheit.
00:06:34: Gleichzeitig ist es auch nicht langweilig, weil es ja immer wieder variiert wird.
00:06:36: Ich finde es auch irgendwie schick, dass viele Stufen enden ja mit so einer Frage.
00:06:40: Ich bin einfach magisch und gefällt mir gut.
00:06:43: Mir hat das schon auf der textlichen Ebene imponiert wie das gemacht ist.
00:06:49: Ja ich muss sagen, ich höre erstmal einen sehr massiven ethischen Anspruch, der mir aus diesem Lied entgegen kommt.
00:07:00: also Die erste Pflicht wird benannt und die unendliche Aufgabe, das strenge Gericht am Ende scheint auch ein bisschen durch.
00:07:12: Mir fallen gleich so viele Bilder aus meinem Leben ein wo mein Handeln nötig wäre aber ich nicht genau weiß wie ich eigentlich dem gerecht werden soll.
00:07:25: diese Liebe ist ganz schön anstrengend und lässt mich erst mal durchatmen.
00:07:31: Also ist das Lied auch ein bisschen anstrengend für dich, so gleich vom ersten Eindruck.
00:07:35: Ja, ein bisschen schon.
00:07:37: Vorhand.
00:07:38: Also ich merke gerade dass ich vollkommen anders rangehe als ihr weil ich gucke zuerst auf die Melodie und denke was hat dieses Lied?
00:07:47: So besonders melodisch schönes typisches und da ist mir bei dem Lied jetzt
00:07:52: gar nichts
00:07:53: gleich eingefallen außer dass ich natürlich gesehen habe selbst wenn Wer hat die Melodie geschrieben?
00:07:58: Sehe ich ja schon, dass es auf ein anderes Lied verweist.
00:08:00: Im Gesangbuch ist also eine Lehnmelodie.
00:08:03: Es ist eine Melodie, die gibt's mehrfach im Gesangbuch und sie hat mehrere Texte.
00:08:08: Das geht ja relativ einfach wenn man das Silbenmaß beachtet.
00:08:11: Es gibt viele... Neuere Lied-Dichter, Peter Spangenberg, Ludwig Blok die auf alte Lehnenmelodien, auf alte Melodien neue Texte gemacht haben.
00:08:20: Und im Gesangbuch gibt es einhundertzweiunddreißig Lieder... ...die sich die Melodie mit einem anderen Lied teilen bei fünfhundertfünfunddreißig und das ist richtig viel!
00:08:28: Also wir haben gar nicht soviel Stoff.
00:08:31: und wenn ihr mich jetzt fragen würdet was für eine Assoziation hast du bei der Mierichsange zur Melodie?
00:08:38: Ich kenne die Melodie Mach's mit mir Gott nach Deiner Güte aus Bachkantaten, aus anderen Werken.
00:08:44: Aber dass ich jetzt sagen würde dieses Lied wäre mir sofort eingefallen das ist es nicht.
00:08:50: bei meiner Recherche bin ich aber darauf gestoßen Dass die Ergietin Kirchen in Hannover ein Kloppenspiel hat und es kann man sich sehr schön auf YouTube anhören.
00:08:59: Es steht dazu, dass die Ägidienkirche im Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern zerstört wurde.
00:09:05: Und ihre Ruine dient heute als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt.
00:09:09: Ich habe gelesen das der Aufsatz mit dem Glockenspiel in den letzten Jahren auf dem Turm Stumpf installiert wurde.
00:09:17: Wer möchte kann ja gerne mal auf YouTube gucken.
00:09:22: Wir hören uns das Glocken Spiel der ägidigen Kirche an.
00:09:55: Ich erzähle jetzt mal ein bisschen was zum Verfasser des Textes.
00:09:58: Das ist ja Christian Früchteckort Gellert.
00:10:01: Gellart war, sagst du so wie wir?
00:10:03: Er ist in Heinischen geboren.
00:10:04: Heinichen trägt deswegen auch den Beinnahmen Gellat statt und sein Geburtstag das war das Jahr siebzehnt hundert fünfzehn.
00:10:12: Geller stammt aus einer Pastorenfamilie aber also aus ärmlichen Verhältnissen.
00:10:18: trotzdem hat er die Fürstenschule Sankt Afra im Maisen besucht die berühmte Fürstenschule, gegründet im sechzehnten Jahrhundert von Moritz von Sachsen in den Räumen des ehemaligen Chor-Herrenstiftes Sankt Afra.
00:10:30: Das ist also der schon erwähnte Klosterhof, wo Michael und ich...
00:10:35: Verbindet uns mit Gerlord?
00:10:37: Genau!
00:10:38: Und er ist einer der prominentesten Absolventen dieser Schule.
00:10:41: Also die Schule hat noch andere prominente Schüler.
00:10:44: zum Beispiel Lessing war auch dort.
00:10:46: mein Großvater war übrigens
00:10:47: auch dort.
00:10:50: Gerlert hat von hier an in Leipzig Philosophie und Theologie studiert.
00:10:57: Aber weil er so arm war, musste er das Studium dann auch mal unterbrechen.
00:11:00: Er konnte sich einfach nicht finanzieren und hat sich als Hauslehrer bei einer fürstlichen Familie in Sachsen eine Zeit lang verdingt und da seinen Lebensunterhalt verdient.
00:11:10: Ich habe gelesen in dieser Zeit, dass ich mit der englischen und französischen Literatur vertraut gemacht.
00:11:16: Ja, dann trotzdem sein Studium noch beendet und zwar in den letzten Jahren mit einer Dissertation über die Theorie und Geschichte der Farbe.
00:11:22: Und das ist auch so ... ja, das erste war es bei Gellert wahrscheinlich einfällig.
00:11:26: Farben hat er geschrieben.
00:11:28: Auch in der Schule kann ich mich erinnern,
00:11:29: wo man fragt.
00:11:30: Ja, richtig dran.
00:11:31: Genau!
00:11:33: Seit den ersten Jahren hielt er in Leipzig dann auch Vorlesungen über Poesie, Beretsamkeit und Moral.
00:11:40: Prätsamkeit wahrscheinlich Rhetorik,
00:11:42: oder?
00:11:42: Ja, denke ich auch.
00:11:44: Nützliche Dinge sind das!
00:11:45: Genau... Und er wurde aus dem außerordentlichen Professor für Philosophie ernannt und war seitdem dann als Hochschullehrer tätig.
00:11:54: Er muss total beliebt gewesen sein.
00:11:56: also die Vorlesung überfüllt viele Fans.
00:12:00: seine Zuhörer haben ihn sehr geliebt unter anderem auch Johann Wolfgang von Goethe.
00:12:06: Ich habe auch etwas gefunden was er über Gellert geschrieben hat.
00:12:08: es lese ich euch mal vor.
00:12:10: Goethe schreibt, die Verehrung und Liebe welche Gellert von allen jungen Leuten genoss war außerordentlich.
00:12:17: Ich hatte ihn schon besucht und war freundlich von ihm aufgenommen worden.
00:12:21: Nicht groß von Gestalt, zierlich aber nicht hage.
00:12:24: sanfte eher traurige Augen eine sehr schöne Stirn ein nicht übertriebene Habichtsnase Ein feiner Mund ein gefälliges ovales Gesicht alles machte seine Gegenwart angenehm und wünschenswert.
00:12:41: Gellert hat aber nicht nur als Hochschullehrer gewürgt, sondern auch publizistisch.
00:12:44: Er hat, haben wir schon gesagt viele Fabeln geschrieben und dann veröffentlicht außerdem Erzählungen Abhandlung und Reden.
00:12:51: seine Vorlesung hatte soweit ich weiß auch Veröffentlichte.
00:12:55: Ich habe auch gehört dass er wie seine Herkunft auch nahe liegt sehr einfach gelebt hat Aber eine sehr klare Vorstellung davon hat gehabt hat, dass es zutiefst vernünftig ist ein Menschenfreund zu sein.
00:13:11: Sich für das Wohl-Agen aller Menschen einzusetzen.
00:13:16: Das Volk nach seiner Überzeugung nicht nur einen inneren Sinn in jedem Menschen sondern das ist auch vernünftig also ein universaler Maßstab und Es ist für jeden Menschen gut dem zu folgen.
00:13:31: letztlich ist das das Geheimnis der Erfüllung des Lebens und des Glücks.
00:13:36: Also war Gellert ein glücklicher Mensch, mit sich im Rhein.
00:13:40: Vielleicht ja.
00:13:42: Schön war
00:13:42: er
00:13:42: ja!
00:13:43: Also so wie Goethe ihn beschrieben hat könnte das sein?
00:13:46: Ja stimmt
00:13:47: mich.
00:13:50: Gellat gilt auch als Mittler zwischen der Aufklärung und dem Zeitalter der Empfindsamkeit.
00:13:55: Das geht jetzt auch so ein bisschen in die Richtung, die du schon angebeutet hast Michael.
00:13:58: Er hat doch mal gesagt dass ein Bürger oder was weiß ich nicht Mal gemeiner formuliert, ein Mensch vielleicht Aufklärung und Empfindsamkeit in sich vereinen muss.
00:14:08: Also liebe Freundschaft mitgefühl auf der einen Seite, mit ja Vernunft müssen eine Verbindung eingehen Und das ist die Basis des menschlichen Lebens.
00:14:20: Gellert blieb bis zu seinem Tod in Leipzig.
00:14:23: Er war dann wo auch in den letzten Lebensjahren sehr kränklich, muss auch sehr hypochondrisch gewesen sein und starb im Alter von fifty-fünfzig Jahren.
00:14:33: Sein Grab ist in Leipzig, kann immer noch besucht werden?
00:14:36: Warst du schon mal da Michael?
00:14:37: Also noch nicht bewusst!
00:14:38: Ich glaube es auf dem Johannes Friedhof.
00:14:41: Da war ich vielleicht doch schon mal dort, genau.
00:14:45: Und er war ja, habe ich schon erzählt sehr populär zur Lebzeit.
00:14:48: nach seinem Tod hat das dann aber auch rasch nachgelassen.
00:14:52: Es gibt aber immerhin zumindest in Sachsen offenbar noch sehr viele Gellertstraßen.
00:14:56: Das kennt man irgendwie, Gültel-Gellert-Lessingstrasse?
00:14:59: Ja genau,
00:15:00: ich bin ja in Auer aufgewachsen am Erzgebirge und da habe ich in der Nähe der Gellartstraße gewohnt.
00:15:04: Jetzt in Meisen wohne ich auch in der nähe einer Gellärtstraße und in Leipzig gibt es wahrscheinlich auch eine Gellarettstraße.
00:15:10: Es gibt einen im Rückmarsdorf also im Westen von Leipzig.
00:15:13: Na ja, und wir haben eine Reihe von Gellert-Liedern im zeitgenössischen Kirchen-Lieder-Reportoir.
00:15:19: Also ich nenn mal ein paar ... Dies ist der Tag den Gott gemacht.
00:15:22: Ein Weihnachtslied in Gesangbuch die Nummer zweiundvierzig.
00:15:26: dann das also nicht unpopuläre Passionslied herstärke mich dein Leiden zu bedenken.
00:15:32: Im Gesangbuch Nummer einenneunzig.
00:15:34: Es wird
00:15:34: auch immer noch gerne unter den Passionsliedern gewählt?
00:15:36: So
00:15:36: ist es.
00:15:37: Das
00:15:37: sprecht uns an!
00:15:38: Jesus lebt mit ihm.
00:15:39: auch Ich kennt man auch, ein Osterlied wenn ich auch Schöpfer deine macht.
00:15:45: Auch sehr beliebt?
00:15:45: Genau, das steht sogar akumenisch, steht auch im Gotteslob und mein erst Gefühl sei Preis und Dank des eines von den Morgenliedern die wir haben im Gesangbuch unter der Nummer forty-fünfzig also er ist noch lebendig die Gellertraditionen im Kirchenlied gut.
00:15:59: Ja
00:15:59: hat ja scheint noch so zu sprechen dass wir es gut verstehen.
00:16:03: Also gleich mal zu der Melodie...Gellert war sich nicht kompositorisch betätigt.
00:16:10: Das haben ja manche von unseren Liebdichtern auch gemacht, sondern die Melodie, das hatten wir schon erwähnt, teilt sich noch einen zweiten Text und den von dem Lied Vierhundertfünfhundertfünfundzwanzig.
00:16:22: Entschuldigung, mach's mit mir Gott!
00:16:23: Nach deiner Güte also eine Lehnenmelodie und dort sind die Autoren dann vermerkt.
00:16:28: Und da gibt es zwei Namen, die man findet unter dem Lieder Bartolomäosgesius.
00:16:33: Da steht dass dieser der Sechzehnhundert Fünf diese Melodie erwähnt wurde unter seinem Namen und sixundundachtenszwanzig einmal von Johann Hermann Schein.
00:16:42: Wie die genau in Beziehung stehen, das wird also ich vermute und so ist es auch an manchen Stellen aufgeschrieben hat Johann Johann Hermanschein die Melodie von Gesius bearbeitet aber das ist nicht ganz klar.
00:16:54: im Gesangbuch steht's extra ist auch nicht so ausgewiesen und wenn man Bachkantaten nimmt mit der Melodie dann ist oft nur noch Johann Herman Schein als Auto der Melodie vermerkt.
00:17:06: Ja, wer war Schein?
00:17:07: Beide Namen, Gesius und Schein sind wichtig.
00:17:11: Schein war von sechzehnundessächzen bis dreißig.
00:17:14: Sechzehntunterdreißig Thomas Kantow in Leipzig also auch aus mit Leipziger zu tun und wurde im Grünen eine Erzgebirge geboren Also war so ein eines Pfarrers, der Vater starb ziemlich schnell nach seiner Geburt und er zog die Mutter wieder nach Dresden.
00:17:28: Und dort wurde Schein als Aluminie in den Knabenkurde Dresder Hofkapelle aufgenommen hat auch bis zum Stimmbruch gesungen.
00:17:35: aber nach dem Stimmbruch wurde er in die Fürstenschule einen Vortrag geschickt und begann dort ein Jurastudium an der Universität Leipzig.
00:17:44: danach allerdings scheint er das nicht sehr ernsthaft betrieben zu haben Denn er hat schon zu dieser Zeit fleißig gedichtet und komponiert, auch veröffentlicht.
00:17:54: Und wurde dann relativ bald, die Musikdirektor von der Adels-Familie Wolfersdorfer, weil sie waren wirklich groß diese Uradelste, da gibt es jetzt noch eine Seite von dieser Dynastie, der von Wolfersdorf war.
00:18:09: Die haben im Weisenfeld ihren Stammsitz.
00:18:12: Und er muss dann also so bekannt gewesen sein, dass das sechzehn und sechzen zum Nachfolger von Sejus Calvissius als Thomas Cantor der Thomas Schule und städtischer Musikdirektor nach Leipzig berufen wurde.
00:18:25: Er hat diese Zeit auch sehr produktiv begleitet.
00:18:29: allerdings scheint es ihm gesundheitlich also er war nicht gesegnet von einer ganz robusten gesundliche Natur, die ganzen Taufenbeerdigung und Veranstaltung des Stadtrats.
00:18:38: Und Thomas Kantor hatte viel zu tun.
00:18:40: Er ist schon mit forty-fünf Jahren gestorben und er muss auch so bekannt gewesen sein in den Mitteldeutschland dass Heinrich Schütz ihm auch einen Krabgesang komponiert hat nämlich diese wunderbare Motette.
00:18:54: das ist je gewisslich wahr.
00:18:55: kennt ihr die?
00:18:56: Also eine wunderschöne Motette In Grünheim, wie er sich auf die Spuren unserer Melodisten und Textor begeben will, findet sich noch ein Epitaph in der Nikolajkirche über Johann Hermann Schein.
00:19:09: Ist das im Ortsteil von Leipzig?
00:19:11: Grünhain?
00:19:11: Nein, in Grünhein im Erzgebirg.
00:19:12: Ach
00:19:13: so!
00:19:13: Im Erzbebirg ging's.
00:19:14: Die Mitteldeutschland waren damals als große Komponisten, die drei großen Sch-, sag ich jetzt mal am Wirken... Das war Johann Herman Schein in Leipzig als Thomas Kant Schütz Hofkapelle, Dresden und es gab noch natürlich auch Herrn Scheid, Samuel Scheid.
00:19:30: Auch großer Komponist in Halle Und die kannten sich und die verbannt auch teilweise eine lebenslange Freundschaft.
00:19:36: also von Schütz und Johann Hermann Scheiden wissen wir's Ja
00:19:41: gut.
00:19:42: Die
00:19:42: drei wirkten sehr maßgeblich auf die Musik ihrer Zeit weil sie natürlich auch wichtige Gesangbücher erschienen ließen oder Kantaten oder besondere schöne Motetten, neuen kompositorischen Stil verfasst haben.
00:19:57: Bartolomeus Ghesius auch Gös oder Gese steht da in den Quellen ist ein bisschen eher geboren.
00:20:04: Fünfzehnhundertzweiundsechzig gestorben, sechzehundertdreizend und er hat gar nicht die an der Ecke gewohnt in Mitteldeutsche sondern in Münchenberg.
00:20:11: das ist also östlich von Berlin im Landkreis Merkische Oderland eine Kleinstadt.
00:20:16: Und er hat in Frankfurt Marta Viadrina, äh Theologie studiert und hat in eigentlich Zeitlebens als Kantor-Kirchenmusiker in Münche berg gearbeitet.
00:20:29: Und er war auch noch Musiker und Lehrer auf Schloss Muskao.
00:20:33: War der mal an dieser herrlichen Parkanlage?
00:20:36: Also das ist ganz toll!
00:20:38: Warum und wie nun Johann Hermann Schein diese Melodie von Gesios aufgegriffen hat oder woher sich das konnte ich jetzt leider nicht herausfinden.
00:20:47: Aber ich weiß, dass Gesio seinerzeit sehr bekannt war als Vorreiter und als Lehrmeister für andere Komponisten galt.
00:20:55: Er ist an der Pest gestorben.
00:20:56: Das passt auch zu der Zeit.
00:20:59: Er hat also eine ganze Menge Melodien gemacht die wir oder komponiert, die wir auch kennen aber es sind auch viele von ihm.
00:21:06: bearbeitet wurden im Nachhinein.
00:21:07: Ich nenne mal drei, die wir vielleicht noch kennen.
00:21:10: nun Ruhn alle Wälder.
00:21:11: da hat einen sehr schönen Satz geschrieben steht im Gesangbuch Genn Himmel aufgefahren ist ein Himmelfasslied.
00:21:16: EG onehundert neunsten oder EG onhundertneuen Heutrium für den Gottessohn.
00:21:22: ja und viele seiner Lieder wurden nachbearbeitet.
00:21:27: Telemann Pretorios.
00:21:28: also es wirklich gibt viele die beziehen sich auf Gesuchs.
00:21:33: Okay dann wissen wir jetzt bisschen was zum Verfassert so den Komponisten.
00:21:39: und jetzt schauen wir mal in den Text des Liedes Rallen Michael.
00:21:42: Das
00:21:43: ist heute ein Part.
00:21:44: Ja, in dem Text dieses geistlichen Gedichts das Christian Fürstigot Gellert verfasst hat finden wir heute in unserem Gesangbuch acht Strophen.
00:21:57: Acht Strophens ist natürlich schon mehr als die durchschnittliche Gemeinde verkraftet kann und als jemals an einem Stück gesungen werden.
00:22:08: Geistliche Gedicht von Gellert umfasste aber noch sechs Strophen mehr.
00:22:12: Die sich.
00:22:13: nach der dritten Strophe fügten sich noch sechs weitere Strafen an, die in unserem Gesangbuch nicht abgedruckt sind.
00:22:21: Es sieht so aus als ob diese Kürzung einerseits bewirkte dass das Lied nicht ganz so lang ist zum anderen aber auch ein bisschen dafür sorgte dass die Strophens stehen geblieben sind die ein besonders engen biblischen Bezug aufweisen.
00:22:41: Gleich in der ersten Strophe beginnt es ja, dass Christian Fürste Gott gelert quasi biblische Wendungen aneinanderreit und verdichtet.
00:22:51: Und so geht das weiter durch das ganze Lied wörtlich oder im Anklang an bibliche Geschichten.
00:22:58: Da finde ich das eigene Schade, dass hier in dem Gesangbuch keine Verweise auf diese biblischen Bezüge da sind.
00:23:06: Manchmal hat man doch irgendein Sternchen, Matteos so und so... Das
00:23:10: haben wir ganz am Anfang?
00:23:11: Da wird auf den ersten Jahr Hannesbrief vergewiesen?
00:23:14: Aber ansonsten eigentlich nicht mehr!
00:23:15: Ja aber dann klingt zum Beispiel auch die Geschichte vom Weltgericht an aus dem Matthäus Evangelium was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt.
00:23:27: Und viele andere Bezücke werden in diesem Lied deutlich.
00:23:34: Meine Deutung zu dieser Verkürzung des Liedes ist ein bisschen, dass das Lied an die allgemeine kirchliche Theologie und Spiritualität ein bisschen angepasst wurde.
00:23:46: Damit wurden vielleicht ein paar anstößigere und sperrigere Wendungen unsichtbar gemacht.
00:23:56: Das Lied passt mehr so zum geistlichen Leben der Durchschnittsgemeinde.
00:24:04: Aber in gewisser Weise ist auch der ganz konkrete zeitgenössische Bezug, den Christian Gellert in dieses Lied mit verdichtet hat ein bisschen verloren gegangen dazu.
00:24:16: Erzähl mal wie meinst du das?
00:24:17: oder was wäre dieser zeitgenösische Bezug?
00:24:20: Ja ich habe vorhin schon davon gesprochen dass eben der ethische Anspruch als erstes also mich als erst es angesprochen hat Und die weggelassenen Strophen haben diesen Anspruch teilweise noch stärker formuliert, als wir das jetzt in den Strophens wahrnehmen können.
00:24:40: Also auch wer den anderen dem er hilft aus Nächstenliebe aber wer ihn mit seiner Hilfe bedrängt oder beschämt der macht es schuldig.
00:24:53: Auch wer die Not des nächsten nicht aktiv erfragt und erforscht sondern einfach nur wartet, bis der kommt und um Hilfe bittet macht sich nach Gellert der mangelnden Liebe schuldigt.
00:25:06: Und dann kann man sich fragen was soll man dazu sagen?
00:25:10: Wer soll das erfüllen?
00:25:11: Das
00:25:11: sind ganz schöne hohe Ansprüche.
00:25:12: Ja also zum Beispiel wenn man auf die fünfte Strophe, die wir jetzt nicht mehr kennen, wenn man auch die hört...
00:25:20: Ich kann dir ja mal vorlesen ich habe die nämlich hier.
00:25:22: Die Fünfte Strofe, es steht jetzt nicht im Lied drin gehört aber zum Original.
00:25:27: Da schreibt Gellart wer harret
00:25:45: Wer wartet, macht sich schuldig.
00:25:47: Du musst die Bedürftigen suchen und nicht aus Worten kommen!
00:25:51: Was ist Harren?
00:25:53: Warten.
00:25:54: Wer darauf wartet, dass jemand kommt und klingelt und sagt hilf mir!
00:25:57: Der erfüllt die Pflicht der Nächstenliebe noch nicht.
00:25:59: Du musst sie suchen die Leute du musst hingehen da wo wo die Not ist.
00:26:03: so deute ich das.
00:26:03: Wie kann ich dir helfen?
00:26:05: Ja genau Quatsch jeden an.
00:26:10: ja also ein sehr hoher ethischer Anspruch und vielleicht im original Nochsteiler in unserer evangelisch kirschlichen Spiritualität haben wir ja gelernt mit solchen ethischen Ansprüchen, wie sie uns auch aus dem biblischen Zeugnis entgegenkommen umzugehen.
00:26:32: Und Sie – ich sage das jetzt mal spitz – mit der wertvollsten geistlichen Einsicht zu entschärfen?
00:26:40: Es ist alles Gnade!
00:26:42: Es wird uns geschenkt, dass wir das tun können Und dass wir diese guten Werke tun, das wir also unsere Nächsten lieben.
00:26:50: Das fließt direkt aus diesem Geschenk des Glaubens und der Liebe heraus – so kann und soll man wohl auch dieses Lied
00:26:59: singen.".
00:26:59: Für Christian Fürste Gott-Gellert war es möglicherweise ein bisschen anders in seinen moralischen Vorlesungen die möglicherweise hinter diesen geistlichen Gedicht stehen Und speziell in der einundzwanzigsten Vorlesung von der Menschenliebe, vom Vertrauen auf Gott und von den Ergebungen in seine Schickungen.
00:27:23: So heißt
00:27:23: die
00:27:24: Vorlesungen?
00:27:25: Ja.
00:27:26: Da rechnet er damit dass es im Menschen angelegt ist einen Menschenfreund zu sein.
00:27:31: Jeder von uns hat diese Regung der Menschenfreündlichkeit in sich.
00:27:38: Das kann verdeckt oder verschüttet sein, aber eigentlich sucht jeder Mensch aus innerem Antrieb das Beste für jeden Menschen.
00:27:48: Und indem die Menschen diesem Antrieb konsequent folgen, tun sie eben genau das Vernünftige.
00:27:54: Sie erfüllen wozu sie da sind und ich glaube... Ich erinnere mich sogar dass er sagt, sie werden glücklich damit!
00:28:04: Das habe ich von auch schon gesagt, dass diese Verbindung von Vernunft und Menschliebe so sein Ideal
00:28:09: quasi.
00:28:09: Genau!
00:28:11: Das macht glücklich das zu tun was dem Leben dient und was die Not der anderen wendet.
00:28:19: Das nimmt Gellert an, dass das in jedem Menschen steckt und das verbindet alle Menschen.
00:28:26: aber natürlich war es auch damals schon so, dass Menschen feststellten hinter den Ideen oder Idealen zurückblieben und das manchmal auch gute Absichten, schlechte Wirkungen erzielten.
00:28:44: Hier kommt für Gellert dann nach der Vernunft die Religion ins Spiel.
00:28:51: Die Religion der Glaube hilft uns mit den Brüchen, mit den Schwachheiten und Ungereimtheiten unseres Lebens in der Welt klarzukommen.
00:29:01: Wir können Zuflucht nehmen zu Gottes vergebender Knade und wir können Vertrauen fassen zu seiner allmächtigen Vorsehung, die auch unsere Unvollkommenheiten und die Brüche des Lebens zu einem guten Ziel führen kann.
00:29:18: Auf unser Lied bezogen heißt es Das geistliche Gedicht versucht den Blick auf die Aufgabe der Menschenfreundinnen zu schärfen.
00:29:29: Es will das vertiefen was durch die Vernunft sowieso aus uns herauswill.
00:29:34: Es will dass wir leben können was wir sind Und damit erfüllt Leben.
00:29:41: Das ist ja nur in der Tradition durchaus auch kritisch hinterfragt worden.
00:29:44: Ob diese Annahme Gellerts stimmt, dass jedem Menschen quasi so eine Menschenfreundlichkeit inherent ist oder auch die Möglichkeit Vernunft und Liebe zu verbinden?
00:29:59: Ja das verstehe ich schon.
00:30:01: aber man könnte vielleicht auch mal fragen gibt es denn solche Menschenfreundlichkeit auch heute und wo kommt die denn zum Zuge?
00:30:12: Also du würdest sagen, es ist jetzt fruchtlos so eine kritischen Anfragen an das Konzept.
00:30:19: Gucken wir lieber woanders hin oder stellen wir uns den Liedtext z.B.
00:30:24: eher aus einer anderen Perspektive.
00:30:25: Ja gucken wir, wo gibt's Berührung eigentlich zu unserer Zeit?
00:30:29: und wie könnte man das Lied Heute kontextualisieren?
00:30:36: Was würdest du da sagen, was ist so der Bezug zu heute?
00:30:40: Also zur Menschenfreundlichkeit die sich heute äußert, artikuliert.
00:30:48: Kannst du damals eine Linie ziehen?
00:30:51: Naja ich kann bei mir selber beginnen also dass ich auf mich gucken kann wo beginn eigentlich bei mir die Impulse wo ich sagen möchte... Da möchte ich eigentlich.
00:31:06: da hätte ich gerne eine Möglichkeit tätig zu werden, etwas zu tun für die Kinder, die im Winter in Syrien leben zwischen Ruinen.
00:31:17: Aber ich denke auch beobachten zu können dass viele andere Menschen diesen Impuls teilen und ich würde sogar so weit gehen zu sagen es macht Menschen glücklich wenn sie helfen können, wenn Sie eine konkrete Möglichkeit haben wo sie Liebe zum Nächsten leben können.
00:31:38: Da möchte ich mal anschließen, das habe ich ja auch so verstanden.
00:31:41: Das Skeller sagt es macht Menschen glücklich wenn Sie anderen helfen können in der nächsten Liebe.
00:31:48: und du würdest sagen unterstreiche Ich stimme ich voll zu und ich kann jetzt eigentlich aus meinem Blickwinkel der letzten Nachrichten.
00:31:56: also Da greifen wir auf eine weitere zurück.
00:31:59: Die Flutkatastrophe hier war ja Muldenthal und Elbe im Mitteldeutschland, da haben viele Menschen plötzlich mit angefasst um die Not andere zu helfen.
00:32:08: Es waren großes ... Neben der Not- und der Sorge- und dem Leid war aber auch so ein großes Aufschwung drinne das alle mit anfassen und wir jetzt zusammenhalten und dass es Sinn macht und dass das Menschen hilft.
00:32:23: Also... Das heißt ja noch mal für das Lied, Michael.
00:32:29: Wenn uns die ... Die Begegnung mit Christus befreit und wenn der sagt, schau dein Nächsten an, liebe ihn wie du Gott liebst, dann muss es nicht unbedingt der Zeigefinger sein, der dich erdrückt weil du kannst eh nicht richtig machen, vorkommen.
00:32:46: aber wenn du dich da reinbegibst wird es
00:32:49: dich
00:32:51: ja, dich weiterbringen, dich in Gottes Gnade aufheben oder dir ein gutes Gefühl
00:32:58: Oder vielleicht so, dass Christus zu mir sagt, komm mit.
00:33:02: Ich will dir was zeigen, folge mir nach und das man dann mit ihm gemeinsam... Und ich denke die Nächstenliebe ist nichts Abstraktes ein Prinzip, dass man irgendwie befolgen soll sondern etwas ganz Konkretes.
00:33:19: Du hast von dieser Einundzwanzigte Vorlesung erwähnt von Gellert.
00:33:24: Kannst du noch mal was sagen, wenn man die jetzt nachlesen wollen würde?
00:33:27: Wo würden wir sie finden?
00:33:28: Ja.
00:33:28: Man kann in eine Bibliothek gehen aber glücklicherweise sind die moralischen Vorlesungen von Gellert auch digitalisiert und die kann man im Netz finden.
00:33:37: Die sind bei der Universitätsbibliotheken Freiburg.
00:33:42: findet man die im Netz als digitales
00:33:46: Dokument.
00:33:46: Steht
00:33:46: die
00:33:47: da mit Alterschrift?
00:33:48: Kann man die lesen oder ist das...
00:33:49: Mit Altersschrift!
00:33:50: Also man kann es ganz gut lesen fand ich.
00:33:53: Gut
00:33:54: Also ich finde, das war jetzt ganz schön intensiv.
00:33:57: Zum Text?
00:33:58: Ja
00:33:58: zum Text also... Ich bin jetzt erst nach frohe dass ich diesen Zeigefinger den ich am Anfang so empfunden habe über dem Lied ein bisschen verloren hab zum Glück.
00:34:08: Der steckt aber schon drinnen.
00:34:09: Ein bissel haben wir uns jetzt auch schön geredet finde ich.
00:34:14: Bei der Melodie wenn man mal auf die Melodie speziell eingeht nicht nur die Komponisten haben ja vorhin schon genannt Da fällt mir jetzt nichts so markantes ein.
00:34:24: Also es ist eine schlechte Melodie in C major, die hat keine schrittmisch schweren Sachen.
00:34:29: Text und Wort-und Tonverhältnis, Betonung das alles sehr homogen.
00:34:35: Es ist ja wie gesagt ne Lehnmelodie.
00:34:37: ich kann also auch einen anderen Text drauf singen Und Ich finde Die Melodie kommt ein bisschen heiter daher
00:34:45: Für die zuheiter für die Ansicht?
00:34:47: Eigentlich jetzt
00:34:48: genau Gut, wenn ich jetzt nach Michael's Ausführung meinen Zeigelfinger ein bisschen runter geht.
00:34:52: Aber an sich muss ich sagen es ist ein bisschen zu nett, zu heiter für die Ernsthaftigkeit des Inhalts.
00:35:00: Dann gucken wir jetzt nochmal wie sich das Lied so einordnet in das Proprium des Sonntags, des dreizehnten Sonntag nach Trenitatis.
00:35:08: Ich habe mir die Texte mal angeschaut in meinem Perikopenbuch, in der Taschenbuchausgabe und dachte endlich mal einen Sonntag bei dem es nicht so schwer ist das Thema zu benennen.
00:35:17: Man hat ja manchmal so Sonntage also auf der Suche nach den Proben.
00:35:21: Aber das ist bei dem jetzt nicht schon.
00:35:23: wenn man ganz oberflächlich mal guckt wird klar da geht's um die nächste Liebe wie sie von uns als Christian in Kontinuität zum jüdischen Glauben verlangt wird oder ja wie sie dazu gehört sozusagen in unseren Glaubens.
00:35:37: Wenn ich mir die Texte dann genauer ansehe, dann fällt einem auf.
00:35:40: Es wird auch facettenreich behandelt.
00:35:42: das Thema also zum einen wird entfaltet was Nächstenliebe konkret bedeutet.
00:35:46: Du hast ja vorhin auch schon gesagt, Michael das nächste Liebe ist nichts abstraktes sondern äußert sich eben immer konkret wir haben das Evangelium des Gleichnis vom Barmherzigen Samaritan dass er seine Ausgang nimmt von der Frage die an Jesus gerichtet wird Ja ich soll mein nächsten lieben aber wer ist denn mein nächster?
00:36:04: und Michael was würdest du sagen?
00:36:06: wie ordnet sich denn dieses das Wochenlied so in diese in diesem Themenfeld ein?
00:36:12: Also von ganz weit geguckt würde ich sagen, der dreizehnte Sonntag nach Trinitatis ist mitten im Jahr.
00:36:20: Und das bedeutet für mich barm Herzlichkeit und Nächstenliebe sind nicht nur im Blick auf das letzte Gericht wichtig sondern auch mitten in dem Leben die Grundlage unserer Menschlichkeit.
00:36:34: Das Lied mit dem Text von Gellert weiß ja auf die Inkonkurrenzen in unserem Reden und Handeln hin.
00:36:42: Ich sage, ich liebe Gott aber mein Nächster der spürt nur Hass oder Verachtung.
00:36:51: Darauf kann das Lied mich hinweisen und neu das sehr elementare und zugleich abschließende Liebesgebot vor Augen stellen.
00:37:02: Wenn ihr das tut, Gott liebt unter euren Nächsten dann habt ihr alles getan.
00:37:07: Das ist genug!
00:37:09: Aber in unserem Alltag erdenken wir uns natürlich immer wieder so kleine Sonderregeln oder Sonderfragen.
00:37:14: Wer ist denn jetzt eigentlich mein nächster?
00:37:18: Wann genau soll denn das gelten
00:37:20: etc.?
00:37:22: Über diese allgemeinen Linien hinaus gibt es auch noch ganz konkrete Berührungspunkte, dass vielleicht noch abschließend zu dem Thema ... Wir haben ja schon gesagt die erste Strophe nimmt eine Stelle aus dem ersten Johannesbrief auf und das ist die Stelle, die ja auch die Epistel bildet für diesen Sonntag.
00:37:39: Dann spielt das Lied ja auf Die Jesu Rede vom Weltgericht an Matthias XXV.
00:37:44: in mehreren Strophen finde ich und aus dieser Endzeitrede stammt auch der Wochenspruch des Sonntags.
00:37:50: Und dann haben wir uns zum schließlich noch.
00:37:53: diese Formulierung Du sollst dein Nächsten lieben wie dich selbst kommt im Evangelium vor, auch in der alttestamentlichen Lesung und auch in einer der Strophen aus dem Wochenlied.
00:38:03: Also da haben wir auch noch so ganz unmittelbare Textbezüge innerhalb des Propriums.
00:38:10: Ja, da gibt es ja vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
00:38:14: jetzt mal vom Proprium weggeschaut auf das ganze Kirchen, ja.
00:38:18: Nächsten Liebespielter ist er immer.
00:38:20: Genau
00:38:20: und das ist ein allgemeines Lied, das passt ganz oft.
00:38:24: Dieser Text aus dem ersten Johannes Brief ist übrigens auch noch mal Epistole am ersten Sonntag nach Trinitatis.
00:38:28: da wird es also auch nochmal ganz speziell passen.
00:38:32: Ja ich wollte euch mal fragen... Das Lied ist so ein Beispiel, dass spricht nur die Brüder an.
00:38:38: So wie?
00:38:38: Du willst das wo umdichten?
00:38:39: Der Mut ist aufgegangen ist ja auch so.
00:38:41: So legt euch denn ihr Brüdern Gottes Namen wieder.
00:38:43: heute singt man.
00:38:44: So leckt euch Schwesternbrüder.
00:38:46: mich interessiert einfach ist das für euch ein Grund, dass hier nur die Brüder angesprochen sind zu sagen.
00:38:52: Deswegen würde ich das Lied jetzt eigentlich nicht mehr so gerne im Gottesdienst einsetzen.
00:38:57: oder stört euch das überhaupt?
00:38:58: Nicht!
00:39:00: Ich bin da ganz barmherzig.
00:39:04: Mir stört das relativ wenig, ich kann mir nicht vorstellen... Also mir ist das Thema sehr wichtig aber ich kann mich nicht vorstellen an den Liedern, die Lieder sind so auch diese Texte des Poesie, das ist geschlossen.
00:39:18: Ich würde da jetzt nicht gerne dran rum basteln aber ich finde es schon wichtig darauf hinzuweisen dass wir auch die Schwestern mit im Blick haben und ich bin auch eine Schwester und möchte damit erwähnt sein.
00:39:29: Aber ich würde das jetzt, wenn es ein neueres Lied wäre, würde es mich stören.
00:39:32: Wenn einer das heute schreibt so würde ich sagen, dass geht nicht.
00:39:37: Es ist auch nichts drinne.
00:39:38: was hier sind keine Bilder drinnen die mir noch ganz ganz ganz fremd sind.
00:39:43: also es geht um das Wort Die Schwester nicht zu vergessen, die Brüder.
00:39:50: Du meinst du, da sind jetzt so super patriarchale Bilder drin?
00:39:53: Das genau finde ich nicht.
00:39:55: Also ich finde die Frage und die Wahrnehmung von Kathrin schon ganz gut.
00:40:01: Ich habe das jetzt auf Anhieb nicht so scharf wahrgenommen, aber jetzt wo du das sagst findest es gut und ich finde das illustriert sogar ein bisschen das was Skeller eigentlich sichtbar machen will.
00:40:12: also da sagt jemand ich liebe Gott Aber sein Leben passt irgendwie gar nicht dazu Und wir singen schön von der Brüderlichen Liebe und vergessen dabei die Schwestern.
00:40:23: vielleicht könnte man das doch versuchen, ob man vielleicht einen guten Weg findet es umzudichten.
00:40:29: Also ich...
00:40:31: Hast du eine Idee?
00:40:34: Manchmal kann man ja schon mit einem Plural oder so eine ganze Menge machen oder es gibt ja da so ein paar Tricks aber ich habe sie jetzt noch nicht versucht.
00:40:43: Ja dann greift eben immer gleich in die Reime ein.
00:40:46: Genau!
00:40:47: Das ist ein Problem.
00:40:48: Na ja, Reimen solltet sich schon noch.
00:40:50: Wo?
00:40:52: Schwester reibt sich halt nicht so viel.
00:40:54: Es ist einfach je konkreter, ich werde umso mehr spreche ich jemand und schließe jemand anders aus.
00:40:59: Das muss ich einfach auch zulassen.
00:41:00: Und trotzdem kann ich nicht sagen die anderen sind nicht mitgedacht.
00:41:04: Also natürlich kann ich hier wieder nächsten und hast doch seinen Nächsten könnte ich einsetzen, es reimt sich nicht aber das wäre wieder so allgemein der Bruder oder die Schwester.
00:41:12: also ich finde man kann beides.
00:41:15: Ja, die Geschwister
00:41:17: könnte man sagen.
00:41:18: Oder da wo das eben kein Reimwort ist, kann man es ja durch Schwester... ...könnte man's theoretisch.
00:41:22: Aber dann musst du natürlich einen extra Textblatt machen und so weiter.
00:41:24: Darf ich
00:41:24: noch mal sagen?
00:41:25: Diese Lieder sind in einer gewissen Zeit entstanden.
00:41:27: auch über andere Bilder stolpern wir.
00:41:32: Das macht viel mehr kaputt, als dass es was bringt für mich.
00:41:36: Ich finde es wichtig den Kontext zu erwähnen, wann ist das Lied entstanden?
00:41:43: Da hat man einfach anders gesprochen, anders gelebt, anders gedacht und jetzt singen wir das heute!
00:41:47: Dann müssen wir uns fragen warum singen wird das heute?
00:41:49: Ja
00:41:50: da gab's noch keine Frauen.
00:41:53: Nein ich verstehe was du sagst.
00:41:55: Man kann ja wirklich vom Singen des Liedes machen einen kleinen launischen Spruch.
00:42:00: so Okay, guck mal nochmal.
00:42:03: Bearbeitung und Literatur habt ihr da noch?
00:42:05: Hast du noch was im Scherz?
00:42:06: Ja,
00:42:06: zum Anwänden im Gottesdienst.
00:42:08: Also das Lied steckt man an.
00:42:10: Da wird es gesungen.
00:42:11: Es werden so nicht alle Strophen gesungen meistens bei diesem Lied, sondern es wird ausgewählt.
00:42:15: So habe ich es jedenfalls erlebt Mit Spielereien.
00:42:18: Wir singen uns was zu, Bank oder nur die Frauen singen Schwestern und nur die Männer singen Brüder.
00:42:24: Das verbietet sich irgendwie für mich weil das passt überhaupt nichts nicht zur Ernsthaftigkeit des Inhalts.
00:42:29: Also einfach?
00:42:30: Ich kann es mir nicht stuhr
00:42:31: normal singen.
00:42:32: Schön
00:42:32: begleitet und ja...
00:42:35: Aber vielleicht könnte man diese Ernsthaftigkeit und den erhobenen Zeigefinger zumindest in der musikalischen Begleitung ein bisschen Kontrapunktieren möchte
00:42:43: ich jetzt mal nehmen.
00:42:43: So ist es interessant, das haben wir ja vorhin bei Carsten Hauptmann auch gehört.
00:42:47: Es ist ja immer ein altes Lied in den musikalisch neuen Kontextzustellen mit neuen Stilen zu arbeiten.
00:42:52: Da war es so unterlegen was das verfremdet Was einen Kontrast herführt wo ich sage dass habe ich ja so noch nie gehört.
00:42:59: Das machen ja so Irritationen und dafür ist es gut
00:43:03: angebracht.
00:43:05: Es gibt viele schöne Choralbearbeitungen also von Johann Hermann Schein und auch Chorstücke.
00:43:13: Gottfried Falter, Ludwig Krebs, Karl Löwer Romantik, Max Reger später... Es gibt eine ganze Menge.
00:43:21: allerdings immer muss man da suchen unter dem Lied Machs mit mir Gorte nach deiner Güte weil ja dieser Text von Gallard hier auf der Lehen Melodie
00:43:30: abgekommen.
00:43:31: Also wenn du jetzt als Organistin ein schönes Vorspiel suchst, ist es hilfreich zu vorspielen zum Lied?
00:43:37: Mach's mit mir Gott!
00:43:38: Und das ist auch immer im Koralbuch.
00:43:40: Es gibt ja für jeden Koral im Sonntag einen Begleitsatz, drei oder vier Stimmungen in dem Koralbruch, den grünen, zum evangelischen Gesang und da würde ich jetzt unter den Nummer fourhundert zwölf so und so plus finden sie ja auch fünfhundert vormundzwanzig und dann würde ich da diese andere Melodie
00:43:55: schlauen.
00:43:57: Dann sage ich mal soweit für heute.
00:43:59: Danke, Martina.
00:44:01: Danke Michael.
00:44:04: Und bis zum nächsten Mal!
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